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Grevenbroich: Eltern klagen: In Kapellen fehlen U3-Plätze

Grevenbroich : Eltern klagen: In Kapellen fehlen U3-Plätze

CDU lud zum Bürgertreff zur U3-Situation im Stadtteil. Erst 2014 wird sich die Lage entspannen.

Eltern aus Kapellen sind in Sorge: Familien suchen einen U3-Platz in Kindergärten — so mancher Kapellener muss sein Kind in Neukirchen, Hemmerden oder Hülchrath unterbringen. Nach Eltern-Vorwürfen, dass es in Kapellen mit seinem großen Neubaugebiet zu wenige U3-Plätze gebe, hatte nun der CDU-Ortsverband beim Bürgertreff zum Thema geladen — auch dabei gab's Kritik.

Deutlich wurde, dass erst im April 2014 die Situation entspannter wird, wenn die evangelische Kirche den Kita-Neubau fertig stellen wird. Bis dahin müssen einige Eltern ihre Kleinkinder in andere Stadtteile fahren.

Rund 50 Eltern, Erzieherinnen und andere kamen ins Gasthaus "Zur Post". "Mein Sohn ist zweieinhalb, wenn ich keinen Platz in Kapellen bekomme, muss ich dann morgens vor meinem Dienstbeginn nach Hülchrath?", fragte eine Mutter. Einen Platz in Kapellen könne die Stadt nicht garantieren, erklärte Jugendfachbereichsleiterin Birgit Schikora, "aber wir strengen uns an, Ihnen in persönlichen Beratungen einen Platz anzubieten, der vielleicht auf dem Weg zu Ihrem Arbeitsplatz liegt."

Ab August 2013 muss die Stadt den Rechtsanspruch auf U3-Betreuung gewährleisten. Nach Vorgaben des Landes soll für 32 Prozent der betreffenden Kinder ein Platz vorgehalten werden. Grevenbroich erfüllt diese Quote erst Anfang 2014, im April 2014 werden sogar 34 Prozent erreicht. Doch in Kapellen hinkt der U3-Ausbau hinterher: Insgesamt 22 U3-Plätze wird es zum Stichtag 1. August im Stadtteil geben — für elf Prozent der Kinder unter drei Jahren.

Anfang 2014 sieht's besser aus, wenn die neue Tagesstätte den Betrieb aufnimmt: "Der Kindergarten wird 16 Plätze für Kinder unter drei Jahren bieten", erläutert Pfarrer Thomas Winkler. Dann gibt's in Kapellen 38 U3-Plätze — für 20 Prozent der Kleinkinder. Nach Auskunft der Stadt muss, um dem Rechtsanspruch zu genügen, ein Platz im Stadtgebiet gewährleistet sein — nicht in einem bestimmten Stadtteil.

Viele Eltern sprachen aber von einer nicht optimalen Situation. "Hätte der Kindergarten nicht viel eher geplant werden müssen?" fragte Diana Brand. "Es gibt die Möglichkeit, später Kinder etwa aus Hülchrath nach Kapellen umzumelden, wenn sich hier die Situation geändert hat", meinte Birgit Schikora. Für Pfarrer Winkler ist der Wunsch nach Ortsnähe nachvollziehbar. Der Kritik von Eltern, die der Stadt Mangelverwaltung, Ausgaben für Schützenfeste und zu hohe Gebühren vorhielt, stellte sich CDU-Ratsherr Roland Homer entgegen: "Wir haben einen Nothaushalt, und wir haben für den U3-Ausbau der Kitas kaum Zuwendungen des Landes bekommen. Und dass die Schützen Geld bekommen, ist Quatsch". CDU-Ortsverbandsvorsitzende Maria Becker sprach nachher von einer konstruktiven Diskussion.

(uwr)