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Grevenbroich: Eltern kämpfen für Schule

Grevenbroich : Eltern kämpfen für Schule

Im Kindergarten-Konzept plant die Stadt bereits für den Fall, dass die Grundschule Neuenhausen schließt. Das ruft die Schulpflegschaft auf den Plan: Der Schul-Bestand sei gesichert, Eltern dürften nicht verunsichert werden.

Brigitte Mertens ist verärgert: "Immer wieder ist zu hören, dass unsere Schule möglicherweise schließt. Dafür gibt es keine Grundlage. Die Grundschule am Welchenberg hat Bestand", betont die neue Schulpflegschaftsvorsitzende. Sie meldet sich zum überarbeiteten Kindergarten-Bedarfsplan zu Wort. Im Entwurf heißt es zu Neuenhausen: "Sollte perspektivisch die Grundschule geschlossen werden, könnte die Tagesstätte die Räume der Schule nutzen" — Gruppen würden von zwei auf vier erweitert. Kita und Schule sind in einem Komplex untergebracht. Die in Schulräumen möglichen 16 Plätze für Unter-Dreijährige sind im Entwurf zum Bedarfsplan sogar bereits einkalkuliert. Entscheidungen im Rat stehen aus, aber der Jugendhilfeausschuss hält diese und andere Vorhaben für notwendig, um den Elternanspruch auf U3-Betreuung zu erfüllen.

Klare Worte findet dazu Brigitte Mertens: "Die Schule kann nicht geschlossen werden, wir haben die nötigen Anmeldezahlen." 18 Kinder sind bislang für eine Eingangsklasse nötig. Im September starteten 20 Erstklässler, fürs nächste Schuljahr liegen laut Verwaltung 21 Anmeldungen vor. "Die Schule besuchen auch Kinder aus anderen Orten, weil die Qualität gut und der Zusammenhalt groß ist", so Mertens. "Wiederholte Hinweise, dass die Schule schließen könnte, verunsichern Eltern. Beim Tag der offenen Tür haben mehrere gefragt, wie es um die Zukunft steht."

Und Mertens erklärt: "Die Schule ist ein wichtiger Teil des Dorfs. Wir sind hierhin gezogen, weil es hier Kindergarten und Grundschule gibt." Über die Zukunft der einzügigen Einrichtung wurde bereits 2010 diskutiert, die Berater von Rödl & Partner hatten die Schließung empfohlen. Eltern machten mobil, sammelten 1000 Unterschriften. Schuldezernent Michael Heesch erklärte: "Wir werden nichts gegen den "Elternwillen unternehmen — die Angelegenheit ist vom Tisch."

Allerdings: "Der Jugendhilfeausschuss hat die Verwaltung mit der Prüfung der Nutzung des Gebäudes für den Fall beauftragt, dass die Schule nicht mehr besteht", so Heesch gestern. "Es gibt keinen akuten Handlungsbedarf, eine Schließung von seiten der Stadt ist nicht geplant." Ob eine Schule gesichert sei, "bestimmt die Schulgesetzgebung des Landes. Wir erwarten einen neuen Erlass, nach dem Klassengrößen mit Untergrenzen geplant sind, die über 18 Schülern liegen", so Heesch. "Davon wäre das gesamte Grundschulsystem betroffen." Dann wäre etwa zu prüfen, ob "die Neuenhausener Schule selbstständig bleibt oder Teilstandort einer Verbundschule wird".

Für Mertens ist klar: "Die Schulpflegschaft, Andrea Braun und ich, wird für die Schule werben und dafür sorgen, dass auch weiter genügend Kinder angemeldet werden."

(NGZ)