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Grevenbroich: Eltern entscheiden über Schule

Grevenbroich : Eltern entscheiden über Schule

Wird es in Grevenbroich eine zweite Gesamtschule geben? Oder wird die neue Sekundarschule eingeführt? Diese Frage wollen die Politiker den Eltern überlassen. Geplant ist eine Umfrage, zudem soll es Info-Abende geben.

Kommt die Sekundarschule oder wird es eine zweite Gesamtschule in Grevenbroich geben? Diese Frage blieb am Ende einer groß angelegten CDU-Veranstaltung offen. Aus gutem Grund: Die Politiker wollen zunächst die Eltern befragen, welche Schulform sie für ihre Kinder favorisieren. "Am Anfang muss eine Informations-Kampagne der Stadt und der Grundschulen stehen. Nach einer umfassenden Aufklärung sollte es zu einer Umfrage unter den Betroffenen kommen", skizziert Fraktionschef Norbert Gand den Weg. In ihrer Klausurtagung will die Union am Wochenende die weiteren Schritte beraten.

CDU tendiert zu Sekundarschule

Die CDU tendiert zwar zur Einführung der neuen Sekundarschule, doch festgelegt hat sie sich noch nicht. "Das wollen wir nach einer Elternbefragung tun, deren Ergebnis für uns bindend sein könnte", meint die Schulausschussvorsitzende Irmintrud Berger. Viele Eltern wüssten noch zu wenig über die neue Schulform, hier müsse verstärkt informiert werden. Dazu rät auch der CDU-Landtagsabgeordnete Wiljo Wimmer: "Es ist wichtig, vor einer Entscheidung die Mütter und Väter über die Sekundarschule aufzuklären."

SPD-Fraktionsvize Klaus Krützen kann sich vorstellen, wie eine Elternbefragung enden könnte — nämlich zugunsten einer zweiten Gesamtschule. "Die Käthe-Kollwitz-Schule in der Südstadt weist in jedem Jahr rund 120 Kinder ab — für uns ist das ein Ausdruck des Elternwillens", argumentiert er. Wichtig für die SPD: Die neue Schule dürfe nicht den Bestand der Gymnasien und der Gesamtschule gefährden. "Die Entscheidung wird aber Auswirkungen auf die Real- und Hauptschulen haben", sagt Klaus Krützen: "Sie müssen sich entsprechend rüsten und mit ihren Konzepten in den Wettbewerb gehen."

Die neue Sekundarschule benötigt mindestens drei Eingangsklassen für 75 Kinder, eine zweite Gesamtschule müsste vier Eingangsklassen für etwa 100 Schüler bieten.

Schülerzahlen gehen zurück

Vor diesem Hintergrund weist Dezernent Michael Heesch auf die schwindenden Schülerzahlen hin: "Bis zum Jahr 2019/20 werden wir etwa 17 Prozent weniger Schüler haben. Der Bedarf an Eingangsklassen wird sich bis dahin von heute 28 auf 22 reduzieren." Laut Heesch bestehe akuter Handlungsbedarf: "Die Eltern brauchen eine klare Perspektive vom Schulträger."

Das meint auch Horst Gniostko von der Bezirksregierung Düsseldorf. Sein Rat an die Grevenbroicher Politiker: "Eine Elternbefragung sollte der Maßstab für künftige Entscheidungen sein. Sorgen Sie für einen breiten Konsens und sehen zu, dass keine neuen Restschulen entstehen."

Wann es zu einer Elternbefragung kommt, steht noch nicht fest. Frühestens kann der Rat darüber in seiner März-Sitzung entscheiden.

(NGZ/rl)