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Grevenbroich: Eltern-Befragung verunsichert

Grevenbroich : Eltern-Befragung verunsichert

Kommt eine zweite Gesamtschule oder eine Sekundarschule? Das sollen Eltern entscheiden. Genau zwei Tage vor den Anmeldungen beschlossen die Politiker die Befragung – Schulleiter befürchten deshalb große Verunsicherung.

Kommt eine zweite Gesamtschule oder eine Sekundarschule? Das sollen Eltern entscheiden. Genau zwei Tage vor den Anmeldungen beschlossen die Politiker die Befragung — Schulleiter befürchten deshalb große Verunsicherung.

Bei einer zweiten Gesamtschule sollen Hans-Sachs-Hauptschule (o.) und katholische Hauptschule (M.) auslaufen, bei einer Sekundarschule Hans-Sachs-Schule und die Realschule Bergheimer Straße (u.) Foto: L. berns

Anita Piel ist verärgert: "Die Entscheidung für die Elternbefragung kommt zur Unzeit — nämlich kurz vor den Schulanmeldungen. Das verunsichert viele Eltern", so die Leiterin der Realschule Bergheimer Straße nach der Schulausschusssitzung. Auch Heinz-Gerd Schmitz, Leiter der Katholischen Hauptschule erklärt: "Die Verunsicherung ist schon jetzt groß, die Eltern wissen nicht, wohin die Reise geht."

Foto: Berns, Lothar

Heute starten an den weiterführenden Schulen, mit Ausnahme der Gesamtschule, die Anmeldungen fürs fünfte Schuljahr. Rund 40 Stunden zuvor beschloss der Schulausschuss einstimmig eine Befragung: Voraussichtlich im Herbst sollen Eltern von Zweit- und Drittklässlern erklären, ob sie eine Sekundarschule oder zweite Gesamtschule wünschen. Ein Problem: Im Beschluss wurden die direkt betroffenen Schulen aufgeführt. Bei einer neuen Gesamtschule sollen laut Verwaltungsvorschlag beide Hauptschulen auslaufen und aufgelöst werden, bei einer Sekundarschule die Hans-Sachs-Hauptschule und Realschule Bergheimer Straße. Schulfachbereichsleiter Thomas Staff beruhigt: Alle 2012 angemeldeten Schüler seien nicht betroffen, könnten den Abschluss auf jeden Fall an ihrer Haupt- oder Realschule absolvieren, die Schulen bleiben so lange bestehen. Die Schulleiter sehen aber großen Erklärungsbedarf bei Anmeldungsgesprächen.

Die Elternbefragung selbst ist keine Überraschung — CDU und SPD hatten sie gemeinsam beantragt. Allerdings war an ein weniger aufwendiges, informelles Vefahren gedacht. Das wäre möglich gewesen, wenn die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule wie in den Vorjahren rund 100 Kinder ablehnen müsste — das hätte klaren Elternwillen dokumentiert. 2012 müssen aber nur 84 Kinder abgelehnt werden — zu wenig für eine weitere Schule. Laut Bezirksregierung ist deshalb nur eine formelle, deutlich aufwendigere Befragung möglich. "Ich denke deshalb nicht, dass die neue Schule vor 2014 starten kann ", so Schuldezernent Michael Heesch, der keinen zwingenden Handlungsbedarf im Ausschuss sah.

Heike Troles (CDU) plädierte deshalb dafür, die neue Sachlage erst in den Fraktionen zu beraten. "Zu überlegen ist etwa, ob wir alles beim Alten lassen." Das stieß auf Protest. "Die CDU zeigt, dass sie keine zweite Gesamtschule will, und die Sekundarschule nur, wenn's nicht anders geht", konterte Thomas Bovermann (FWG/Linke). SPD, Grüne und ABG sahen keine neue Fakten-Lage und plädierten vehement für einen Beschluss, um schnell den Elternwillen zu erfahren. Damit setzten sie sich gegen die CDU durch: Diese gab ihren Vorschlag auf — Troles betonte, dass auch die CDU für die Befragung sei. Der Beschluss fiel einstimmig aus.

(NGZ)