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Grevenbroich: Elsen: Polizei vermutet Brandstiftung

Grevenbroich : Elsen: Polizei vermutet Brandstiftung

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Wohnungsinhaber. Feuerwehr-Chef Udo Lennartz kritisiert brandschutztechnische Mängel im Hochhaus.

Das Feuer im fünften Obergeschoss eines der Hochhäuser am Hammerwerk ist gelöscht, nun ermittelt die Kriminalpolizei zur Ursache — sie vermutet Brandstiftung. Die Ermittlungen "konzentrieren sich auf den 30 Jahre alten Wohnungsinhaber", erklärt Polizeisprecherin Diane Drawe. Ein Haftgrund liege aber nicht vor.

Gegen 19.55 Uhr hatte der Brand am Sonntag einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst — 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Eine Frau wurde behandelt, weil sie Rauchgas eingeatmet hatte. Viele Bewohner hatten das Haus bereits vor Eintreffen der Einsatzkräfte verlassen, zwei Häuser wurden zum großen Teil evakuiert.

Zur Betreuung waren eine Schnelleinsatzgruppe der Malteser und ein Bus angefordert worden, doch nach etwa zwei Stunden konnten die über 100 wartenden Menschen wieder ins Gebäude zurück. Lediglich die Brandwohnung ist unbewohnbar. Der Sachschaden: mehrere zehntausend Euro. Ein Nachspiel hat der Brand nicht nur bei der Polizei: "Wir haben im Haus erhebliche brandschutztechnische Mängel festgestellt, das hätte schlimmer ausgehen können", erklärt Udo Lennartz, Leiter der Feuerwehr. "In Wandhydranten im Treppenhaus fehlten Anschlussstücke, damit wir unsere Schläuche ankuppeln konnten. Die Feuerwehrleute mussten — zusätzlich zum Weg über die Drehleiter — Schläuche die Treppe hoch schleppen."

Auch Rauchgasabzüge seien nicht funktionstüchtig gewesen. "Wir haben die Bauaufsicht eingeschaltet", so Lennartz. Das Hochhaus steht unter Insolvenzverwaltung. Zu den Mängeln erklärt Thomas Feldmann, Sprecher des Insolvenzverwalters, Dirk Andres von der Kanzlei AndresSchneider in Düsseldorf: "Die gegenwärtige, hauptsächlich durch Sachbeschädigungen verursachte Brandschutzsituation des Gebäudes ist uns bekannt. Bereits vor einigen Wochen haben wir das Haus daher brandschutztechnisch prüfen lassen. Ein Brandschutzunternehmen wird die bestehenden Mängel und Schäden beseitigen."

(NGZ/rl)