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Eiserne Hochzeit: Ehepaar Pries machte Grevenbroich zur Mittelstadt

Eiserne Hochzeit in Noithausen : Das Ehepaar Pries machte Grevenbroich zur Mittelstadt

Vor 65 Jahren haben Marianne und Erich Pries geheiratet. Mit der Geburt ihrer Tochter Monika verhalfen sie der Stadt Grevenbroich zu einem Meilenstein in der Bevölkerungszahl.

Auf den Tag genau vor 65 Jahren gaben sich Marianne und Erich Pries vor dem Grevenbroicher Standesbeamten und in der evangelischen Kirche, die damals gegenüber der Villa Erckens stand, das Ja-Wort. Nun feiern sie ihre Eiserne Hochzeit.

Marianne Pries wurde in Fürstenwalde an der Spree geboren. Mit der Mutter und einer Schwester floh sie in den Westen, kam 1953 nach Grevenbroich und fand an der Arndtstraße in Elsen eine Wohnung. Mit 15 nahm sie eine Stelle in einem Privathaushalt an, wechselte später zu einem Metzger an der Rheydter Straße.

Erich Pries wurde in Schleswig Holstein geboren und ging in Malente zur Schule. Schon mit 15 arbeitete er bei einem Bauern. Durch seine Mutter, die zwischenzeitlich nach Grevenbroich gezogen war, erfuhr er, dass dort Arbeiter gesucht wurden. Weihnachten 1953 kam er bei seiner Mutter in Elsen an und seine spätere Frau öffnete ihm die Tür. „Ich habe sofort gewusst: Das isse“, erzählt der 88-Jährige. „Mein Vater war im Krieg geblieben und meine Mutter hatte den Vater von meiner späteren Frau kennengelernt“, erzählt der Jubilar. Ebenso ging es seinem Bruder, der die Schwester seiner Frau heiratete.

Arbeit fand Pries als Kesselbauer für das Unternehmen Martin in Neurath. Im Anschluss wechselte er zu PBS, wo er bis zur Rente blieb. „Wir haben Fahrleitungen für E-Loks hergestellt, größtenteils für Rheinbraun, aber auch auf Montage“, erzählt der Jubilar. Sieben Kinder wurden geboren. Ein Höhepunkt war 1964 die Geburt von Tochter Monika, die als 25.000 Einwohnerin Grevenbroich zur Mittelstadt machte. 1978 zog die Familie in das Haus an der Grabenstraße, das sie später kauften. Erich Pries liebte die Arbeit im großen Garten und war bekannt für sein Gemüse.

Gemeinsam entdeckte das Paar die Kaninchenzucht für sich. 60 Tiere täglich zu versorgen, sei eine Aufgabe, der sie immer noch gerne nachkommen. „Mit sieben Kindern konnten wir uns nicht viel erlauben. Aber die Arbeit mit den Kaninchen hat uns Freude gemacht und im Kaninchenzuchtverein haben wir viele Freunde gefunden“, erzählt die Jubilarin. Wichtig ist den Noithausenern das gute Miteinander. Das gilt für die Familie, zu der mittlerweile zehn Enkelkinder und sieben Urenkel gehören, für die Nachbarschaft, die Skatfreunde und den Kaninchenverein. Mit allen gemeinsam will das Jubelpaar feiern.

(uwr)