Einzelhandel in Grevenbroich: Räumungsverkauf bei Schuh Okay

Einzelhandel in Grevenbroich : Räumungsverkauf bei Schuh Okay

Nicht mehr okay ist der Standort am Grevenbroicher Marktplatz für Schuh Okay. Nach fünf Jahren plakatiert einer der größten Schuhfilialisten im Zentrum der Stadt derzeit den totalen Räumungsverkauf: „Wir schließen“. Drei Mitarbeiter werden ihren Arbeitsplatz verlieren und Grevenbroich wird die nächste Ladenbrache gewinnen.

Im Jahr 2014 hatte sich der Filialist am Marktplatz niedergelassen. „Kurz zusammengefasst: Der Umsatz ist im Schnitt leider nicht befriedigend, und die Frequenz reicht leider an diesem Standort nicht aus“, begründet Mike Rathmer aus der Marketingabteilung des Familienunternehmens Kramer Schuhe aus dem westfälischen Ahaus ganz nüchtern die Gründe für den bevorstehenden Abschied aus Grevenbroich. 400 Quadratmeter Ladenfläche standen den Kunden bislang zur Verfügung. Neben Umsatz und Frequenz verweisen Handelsexperten auf die starke Konkurrenz durch den Schuhhandel im Internet und Mitbewerber „CCC“ in unmittelbarer Nähe an der Kölner Straße. Bei „CCC“ handelt es sich um eine finanzstarke, börsennotierte Unternehmensgruppe aus Polen. Kramer Schuhe betreibt laut Rathmer 52 Filialen in Nordrhein-Westfalen und jeweils eine in Niedersachsen und Hessen. Wer das Angebot in der Stadtmitte in den vergangenen Jahren lieb gewonnen habe, müsse entweder eine Autostunde Fahrt zur nächsten Filiale in Geldern in Kauf nehmen oder die Webseite besuchen; Ende Januar gehe der neue Online-Shop ans Netz.

Mit der zunehmenden Zahl der Leerstände in Grevenbroich rückt eine Diskussion über den zu einseitigen Branchenmix in der Innenstadt wieder in den Mittelpunkt. Zahlreiche Bürger hatten in der Vergangenheit bemängelt, dass es zu viele Bäcker und Schuhgeschäfte gebe. Die nun frei gewordenen Ladenlokale bieten den Hauseigentümern die Gelegenheit, daran etwas zu ändern. Vergleichbare Städte wie etwa Hilden setzen auf ein professionelles Stadtmarketing, um ihre City zu stärken.