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Grevenbroich: Einzelhandel begrüßt Bau einer Erftgalerie

Grevenbroich : Einzelhandel begrüßt Bau einer Erftgalerie

Ein Einkaufszentrum an der Breite Straße würde die Innenstadt enorm aufwerten. Davon könnte der gesamte Einzelhandel in der City profitieren. Werbering-Chef Fred Schlangen bewertet das Vorhaben als "grundsätzlich positiv".

Der Werbering Grevenbroich verfolgt die jüngsten Entwicklungen um die Erftgalerie mit Spannung. Vorsitzender Fred Schlangen stellte gestern klar: "Grundsätzlich würden wir den Bau befürworten. Ein zusätzliches Magnetangebot an der Breite Straße ist unbedingt notwendig und würde die Innenstadt attraktiver machen."

Allerdings müsste darauf geachtet werden, das Einkaufs-Angebot in der City sinnvoll zu ergänzen. Es mache keinen Sinn, zusätzliche Angebote zu schaffen, die andernorts möglicherweise zu Verdrängungen führen. "Das Einzelhandelskonzept muss beibehalten werden", betont Schlangen. Es habe dazu beigetragen, dass sich die Innenstadt gut entwickelt habe.

Am Rande der Immobilienmesse "Expo Real" in München hatte Bürgermeisterin Ursula Kwasny kürzlich Gespräche mit einem Investor geführt, der sich für den Bau eines Shopping-Centers in der Grevenbroicher Innenstadt interessiert. Dabei rückten auch die vor elf Jahren bereits zu den Akten gelegten Pläne für die Erftgalerie noch einmal in den Fokus.

Diese sollte als Gegenpol zum Montanushof entstehen und dazu beitragen, dass die Fußgängerzone als Verbindung und attraktive Flaniermeile zwischen den beiden Einkaufszentren diene. Nach der Eröffnung der Coens-Galerie 2002 wurden die Pläne ad acta gelegt. Bürgermeisterin Ursula Kwasny hatte auf der "Expo Real" in München jedoch betont, dass der Bau der Erftgalerie nach wie vor wünschenswert sei. "Sie würde die Innenstadt aufwerten."

Fred Schlangen teilt diese Ansicht, weist aber auf die Gefahr eines Verdrängungswettbewerbes hin. "Wenn in einer Mittelstadt wie Grevenbroich große neue Flächen eröffnet werden, muss man damit rechnen, dass sie andernorts wegfallen", warnt er. Daher sei es wichtig, bestehende Angebote sinnvoll zu ergänzen. "Allerdings ist Grevenbroich prinzipiell gut aufgestellt. Das Einzelhandelsangebot ist in den vergangenen Jahren gewachsen, es gibt kaum Angebotslücken", sagt er. Zugleich verweist er auf mögliche Nischen. "Das Möbelangebot in der Stadt zum Beispiel ist vergleichsweise überschaubar."

Mit Blick auf leerstehende Geschäfte entkräftet Schlangen die Befürchtung, die Stadt könne an Attraktivität verlieren. Zwar verweist er grundsätzlich auf eine größere Konkurrenz für den Einzelhandel, insbesondere durch Internet-Shops. "Aber wir haben kein Ladensterben in Grevenbroich, weil wir eine gute wirtschaftliche Basis haben", stellt Schlangen klar. "Die vorhandenen Geschäfte haben eine gesunde Struktur. Leerstand basiert vor allem darauf, dass sich Händler räumlich verändern wollen, weil sie mit der Zeit andere Ansprüche haben. Zum Beispiel größere Räume oder eine andere Aufteilung."

Aus einem Wunsch allerdings macht der Werbering-Chef kein Hehl: Ein City-Manager, der Projekte vorantreibt, sei nach wie vor wichtig. "Allerdings haben wir mit Blick auf die leere Stadtkasse wenig Hoffnung, dass es in naher Zukunft eine solche Lösung gibt."

(NGZ)