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Grevenbroich: Einmal Spargeleis, bitte!

Grevenbroich : Einmal Spargeleis, bitte!

Roxana Parapancea ist die Frau für ungewöhnliche Eissorten: In ihrer Eisdiele bietet sie jetzt eine Spezialität mit der Geschmacksrichtung "grüner Spargel" an. Auch ein Basilikumeis soll es dort bald geben.

Beim Blick in die Eistheke von Roxana Parapancea muss man zweimal hinschauen. Natürlich stehen dort die bekannten Sorten, aber auch diese eine: grüner Spargel. Die Bestellung klingt denn auch abgefahren: "Eine Kugel Spargeleis, bitte." Roxana Parapancea serviert ihre neueste Kreation und wartet ab. Wartet, wie der Kunde reagiert. Wartet, wie das Spargeleis ankommt. Und siehe da: Es schmeckt. "Die Kunden mögen es", sagt die 34-Jährige, die das Eiscafé Europa an der Poststraße 38 in Wevelinghoven betreibt.

Jeden Morgen stellt Roxana Parapancea ihre Eissorten frisch her. Die Zutaten bezieht sie aus der Region. Der Spargel zum Beispiel stammt vom Landwirt Berger-Dahmen in Neukirchen. "Geben wird es die Spezialität nur während der Spargelsaison", sagt Roxana Parapancea. An Ideen mangelt es ihr nicht. Sie hat schon weitere Eis-Spezialitäten im Blick. Jede Woche soll eine hinzukommen: ein Basilikumeis etwa, auch ein Lavendeleis ist geplant. Sogar ein Eis mit Süßkartoffeln ist denkbar. Eine weitere Spezialiätät gibt es bereits: Ingwer-Schokolade steht gleich neben dem Spargeleis. "Ich möchte etwas Außergewöhnliches bieten", sagt Roxana Parapancea, "Ich liebe es, in meinem Beruf kreativ zu sein."

Spargeleis, Basilikumeis, Ingwer-Schokolade — Roxana Parapancea schickt sich an, einen Beruf zu revolutionieren, der in Italien immer noch als Männerdomäne gilt. Was sie dabei antreibt, ist die Überzeugung, dass es mehr geben muss, als immer nur Vanille-, Schokoladen- oder Erdbeereis. Sie versteht den Beruf des Gelatieri ("Speiseeishersteller") so, wie er auch in Italien gesehen wird. Dort gelten die Gelatieri als Künstler, die kreativ zu Werke gehen — auch wenn es mitunter ein echter Knochenjob ist. 15-Stunden-Tage sind für Roxana Parapancea keine Seltenheit. "Entweder ist man in diesem Beruf mit Herz und Seele bei der Sache oder man lässt die Finger davon", meint sie.

Erst im vergangenen Jahr hat die junge Frau mit den braunen Augen von sich reden gemacht: Da wurde ihr Schokoladeneis bei der internationalen Eismesse in Longarone von einer Fachjury zu den besten in Europa gezählt und prämiert.

Dass sich Roxana Parapancea Ungewöhnliches traut und gerne neue Eis-Leckereien austüftelt, spricht sich herum. "Das Geschäft läuft gut", sagt sie. Die Eisküche, in der die Wevelinghovenerin bald Basilikum- und Lavendeleis herstellen möchte, hat sie daher vergrößert. Und auch das Personal in der Eisdiele hat sie im Vergleich zum vergangenen Jahr aufgestockt.

Die Tage werden dennoch nicht kürzer: Ab 7.30 Uhr produziert Roxana Parapancea ihr Eis jeden Tag frisch und kauft Zutaten ein. Mittags öffnet sie ihr Café, bis in den Abend wird dann dort gearbeitet. Zwischendurch isst sie, na klar: Eis.

(NGZ)