Nicht alle Südstädter freuen sich über die neue Tankstelle an der Kolpingstraße: Einigung über Lärmschutz in den Häusern ist noch immer nicht in Sicht

Nicht alle Südstädter freuen sich über die neue Tankstelle an der Kolpingstraße : Einigung über Lärmschutz in den Häusern ist noch immer nicht in Sicht

Südstadt. Seit einigen Tagen fließt das Benzin aus den acht Zapfsäulen der neuen DEA-Tankstelle an der Kolpingstraße. Am kommenden Freitag wird die Eröffnung gefeiert. Aber nicht alle Grevenbroicher freuen sich über die neue Tank- und Wasch-Möglichkeit: Noch laufen Klagen, mit denen Nachbarn "An der Hülle" eine Beteiligung des Mineralölkonzerns an Lärmschutzeinrichtungen in ihren Häusern - etwa für lärmisolierte Fenster - fordern.

Südstadt. Seit einigen Tagen fließt das Benzin aus den acht Zapfsäulen der neuen DEA-Tankstelle an der Kolpingstraße. Am kommenden Freitag wird die Eröffnung gefeiert. Aber nicht alle Grevenbroicher freuen sich über die neue Tank- und Wasch-Möglichkeit: Noch laufen Klagen, mit denen Nachbarn "An der Hülle" eine Beteiligung des Mineralölkonzerns an Lärmschutzeinrichtungen in ihren Häusern - etwa für lärmisolierte Fenster - fordern.

Eine Einigung ist nach wie vor nicht in Sicht. "Ein Nahziel haben wir erreicht", erzählt Rechtsanwalt Peter Wingerath, der eine Familie in der Nachbarschaft vertritt. "DEA hat eine Lärmschutzwand errichtet." Im hinteren Bereich der Tankstelle verläuft eine bis zu 4,80 Meter hohe Wand aus einem Betonsockel und Holzelementen, die bepflanzt wurde.

Bei der Frage des Lärmschutzes in den Häusern sei aber keine Bewegung zu erkennen. "Ich habe DEA realistischer eingeschätzt", so Wingerath. Trotz der ergriffenen Lärmschutzmaßnahmen - zusätzlich zur Wand dürfen nach 22 Uhr im hinteren Tankstellenbereich keine Lastwagen betankt werden - berichtet Heinz Gilges, der An der Hülle wohnt, von störenden Geräuschen. Sie entstünden, wenn Autos vor der Waschanlage mit dem Hochdruckreiniger vorgereinigt würden.

Aber nicht nur das: "Hier stinkt es nach Benzin." Der Geruch komme aus den Lüftungsrohren. Rechtsanwalt Wingerath hat hierfür eine Erklärung: "Die Zapfanlagen sind zwar mit einem Gasrückführungssystem ausgerüstet, die Dämpfe werden bei den meisten Tankstellen aber einige Meter weiter durch Rohre abgeleitet." Dem wiederspricht der Tankstellen-Pächter Christian Lugt. Keineswegs würden die Dämpfe in die Luft entweichen, sondern durch das Rückführungssystem zurück in den Tank geleitet.

"Vor kurzem erst hat der TÜV die Anlage geprüft." Allerdings lasse es sich an einer Tankstelle nicht vermeiden, dass es "etwas riecht". Zu den Geräuschen beim Waschen meint Christian Lugt: "Bei der Autowäsche fährt das Rolltor zu", und der Hochdruckreiniger bei der Vorwäsche draußen trete vielleicht dreimal täglich in Aktion. "Es geht hierbei nicht allein um die entstehenden Dezibel, es gibt Geräusche, die stören und nerven", erläutert Peter Wingerath.

Die Normenkontrollklage beim Oberverwaltungsgericht Münster laufe weiter, eine weitere Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf - die seit einiger Zeit ruhe - will der Anwalt nun fortführen. Die Tankstelle und die Lärmschutzwand seien fertig, nun könnten Messungen zeigen, ob die Maßnahmen ausreichten. Die Gutachten, die der Baugenehmigung zu Grunde gelegen hätten, seien nicht von einer unabhängigen Stelle wie der Stadt, sondern von DEA selbst in Auftrag gegeben worden. cs

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