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Grevenbroich: Eine Närrin – sechs Kostüme

Grevenbroich : Eine Närrin – sechs Kostüme

In Kostümgeschäften geht es jetzt besonders hoch her: Die Altweiberwoche gilt dort traditionell als die heftigste, weil dann die Last-Minute-Käufer kommen. Studentin Christine Klemp (21) hat sich für die NGZ ins Getümmel gestürzt – und die beliebtesten Kostüme der Grevenbroicher getestet.

In Kostümgeschäften geht es jetzt besonders hoch her: Die Altweiberwoche gilt dort traditionell als die heftigste, weil dann die Last-Minute-Käufer kommen. Studentin Christine Klemp (21) hat sich für die NGZ ins Getümmel gestürzt — und die beliebtesten Kostüme der Grevenbroicher getestet.

Natürlich hat Christine Klemp zwei Kostümberater im Schlepptau. Die beiden Herren liegen aber erst mal total falsch. Als die 21-Jährige ein Vogelscheuchenkostüm anzieht, halten sie es für ein Robin-Hood-Dress — und reichen ihr einen Degen. "Der gehört dazu", sind die beiden überzeugt. Typisch Mann. Eine Verkäuferin schreitet ein und klärt auf: "Ein Degen passt nicht." Die beiden Herren üben sich sofort in dem Männerschweigen, das sie sich bei vielen Einkaufsbummeln antrainiert haben. Sie wissen: "Wenn es um Kleidung geht, hat eine Frau fast immer recht." Also weg mit dem Degen.

Es ist Dienstagabend, 18.45 Uhr. Christine Klemp stürzt sich für die NGZ bei "Kostüme Flic Flac" ins Karnevalsgetümmel. Das Geschäft hat jetzt noch 15 Minuten geöffnet, das Gros der Kunden ist bereits fündig geworden. Die Studentin, die am Erasmus-Gymnasium ihr Abitur machte, testet die beliebtesten Kostüme der Grevenbroicher. Platz eins lässt sie außen vor, denn das hat sie schon zu Hause: ein Piratenkostüm. Die Herren denken da natürlich sofort wieder an den Degen, der zumindest dazu passen würde. Aber sie sagen das lieber nicht. Sonst stimmt das auch wieder nicht, und sie würden als Kostümberater gar nicht mehr ernst genommen. Es ist also doppelt gut, dass die Verkäuferinnen den Überblick haben.

Christine Klemp schlüpft aus dem Vogelscheuchenkostüm und verkleidet sich als Eskimo. Im Geschäft von Gregorio Massaad herrscht reges Treiben. Alle Umkleiden sind belegt. Bis Karnevalssamstag, 18 Uhr, hat das Geschäft geöffnet. Heute und morgen sind von 10 bis 19 Uhr Last-Minute-Käufe möglich. "Die letzten Tage sind die heftigsten", sagt Massaad. Dann tummeln sich die Kurzentschlossenen im Laden. Zu Sessionsbeginn gab es dort 10 000 Kostüme. Mehr als die Hälfte ist inzwischen weg.

An diesem Abend geht es stramm Richtung Ladenschluss. Aus den Boxen tönt "Das rote Pferd". Gregorio Massaad steht hinter der Kasse, er hat das Lied bereits unzählige Male gehört — und für Kunden auch das passende Kostüm dazu. Klar, auch das "Rote Pferd" streift sich Christine Klemp über. Es ist etwas plüschig, und damit gut für den Straßenkarneval geeignet.

Am Ende des Last-Minute-Kauf-Marathons gibt's auch noch ein Robin-Hood-Kostüm. Das freut die beiden Berater. "Ich geh dann mal den Degen holen", sagt einer der beiden. Jetzt passt er.

(NGZ/rl)