1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Stadtparkmuseum wird zur Euroga zum Doku-Zentrum: Einblicke in die Energie-Historie

Stadtparkmuseum wird zur Euroga zum Doku-Zentrum : Einblicke in die Energie-Historie

Von Wiljo Piel

Von Wiljo Piel

Pünktlich zur Eröffnung der Euroga wird das Stadtparkmuseum zum Dokumentations-Zentrum. Leiter Bodo Schwalm arbeitet zurzeit an einer Sonderschau, mit der er die Geschichte der Energie kurzweilig darstellen möchte. Die Idee kommt nicht von Ungefähr, denn das Museum wird Ausgangspunkt des "Energiepfades", mit dem sich die Stadt ab dem 3. Mai an der dezentralen Landesgartenschau beteiligt. Museumsleiter Bodo Schwalm hat noch allerhand zu tun: Bis zum 3. Mai muss er das Erdgeschoss der alten Villa Erckens in ein Dokumentationszentrum verwandeln. Dort will er pünktlich zum Start der Euroga 2002 anschaulich und leicht verdaulich über die Geschichte der Energie informieren. NGZ-Fotos (2): H. Jazyk

Die Route wird Fußgänger und Radfahrer zu den Quellen der heimischen "Strom-Produzenten" führen. Noch sieht es im Erdgeschoss des Museums wüst aus. Hammer, Nägel, Schraubendreher, Farb- und Leimtöpfe sorgen gemeinsam mit Ausstellungsstücken und Motivtafeln für ein scheinbar heilloses Durcheinander. Doch Bodo Schwalm strahlt Zuversicht aus: "Bis zum 3. Mai ist hier alles fertig." Schließlich ist es nicht die erste Schau, die der stimmgewaltige Völkerkundler organisiert - sicherlich aber eine Besondere.

Denn Schwalm taucht diesmal tief ein in die Geschichte der Energie, die bereits vor 6.000 Jahren im Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris begann. Und er weiß darüber (natürlich) verblüffende Storys zu erzählen: "Schon die alten Mesopotamier hatten - lange vor den Experimenten Edisons - Batterien, die sie vermutlich zur Galvanisierung einsetzten." Einer dieser Energieträger aus der Vorzeit wird als "Highlight" in Grevenbroich ausgestellt - eine Leihgabe eines Turiner Museums. Von den "Altertümchen" wird Bodo Schwalm einen Bogen zur Gewinnung der heimischen Energie schlagen. Die örtlichen "Versorger" werden sich mit reichlich Foto- und Ausstellungsmaterial beteiligen.

Das Museum wird Ausgangspunkt des "Energiepfades" sein, der sich ab Mai durch das Stadtgebiet schlängelt und Stationen wie die Kraftwerke, die Photovoltaikanlage, die Windräder auf den Hochhalden und das rekultivierte Elsbachtal beinhaltet. Dort wird das Land Art-Projekt, das ebenfalls bis zum 3. Mai fertig gestellt werden soll, in die Route eingefädelt. "Wir dokumentieren damit umfassend, wie unsere Stadt mit dem Thema Energie verbunden ist", erklärt Bürgermeister Theo Hoer - nicht umsonst sei die Auftaktveranstaltung unter das Motto "Grevenbroich macht Power" gestellt worden.

Hoer gibt zu, dass "wir zur Euroga gerne noch etwas mehr getan hätten", wenn das leidige Thema Finanzen nicht wäre. Dennoch habe Grevenbroich mit dem Landesgartenschau-Gelände ein "Juwel zu bieten", das in den gesamten Veranstaltungsreigen optimal eingebunden werden könne. "In den 90er Jahren wurde zum Glück eine Form der Gartenschau gewählt, die nicht nur Blümchen zeigte, sondern nachhaltig die Stadt geprägt hat", so der Bürgermeister. Dieser Meinung ist auch Planungsdezernent Werner Hoffmann. Er sieht in dem Energiepfad zur Euroga viele Ideen realisiert, die 1995 verworfen wurden und die nun, sieben Jahre später, das Bestehende ergänzen.

Auch Kulturell wird den Fußgängern und Radlern auf dem Energiepfad etwas geboten, betonte Dezernent Klaus-Dieter Rostock. Neben dem Land Art-Projekt des Europa-Vereins nannte er vor allem das von Fachbereichsleiter Robert Jordan konzipierte Projekt "Wass.er kann und was sie will". Mehrere Künstler aus der Region werden sich dort - allerdings erst einen Monat nach der Euroga-Eröffnung - mit dem Energieträger Wasser auf ihre eigene Art beschäftigen. Zur Eröffnung des Energiepfades ist ein dreitägiges Fest mit vielen Attraktionen rund ums Museum geplant.

(NGZ)