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Grevenbroich: Einbahnstraße: Bürger sollen befragt werden

Grevenbroich : Einbahnstraße: Bürger sollen befragt werden

Die Diskussion um die Einbahnstraßen-Regelung an der Friedrichstraße geht weiter. Ein Runder Tisch änderte daran nichts.

Ein blauweißes Verkehrsschild erhitzt viele Gemüter. Die Diskussion um die Einbahnstraße auf dem südlichen Teil der Friedrichstraße geht in die nächste Runde: Nun sollen Bürger per Postkarte befragt werden. Das ist das Ergebnis eines Runden Tischs mit Vertretern der Fraktionen, Verwaltung und einigen Bürgern.

Zunächst muss der Bauausschuss am 29. November über die Befragung beschließen und festlegen, wie weit der Kreis der Befragten gezogen wird. Bis dahin bleiben die Einbahnstraßen-Schilder auf jeden Fall stehen.

Auf Antrag der CDU hatte der Ausschuss 2011 die Einbahnstraße von Am Tolles in Fahrtrichtung Hemmerdener Weg beschlossen — für ein Jahr zur Probe. Ein Ziel: mehr Verkehrssicherheit auf der Straße. Der Gegenverkehr muss nun den Weg über die Rübenstraße auf der anderen Bahn-Seite nehmen. Im September beschlossen die Politiker das Ende des Experiments, doch danach lebte die Debatte erneut auf; Anwohner sammelten Unterschriften pro Einbahnstraße, andere plädieren für den Abbau der Pfeil-Schilder.

Nun sollen die Bürger von der Stadt befragt werden — ein Termin steht noch nicht fest. "Ich denke, dass der Ausschuss seinen Beschluss revidiert, wenn die Mehrheit für die Beibehaltung ist", so Vorsitzender Wolfgang Latzel (CDU). Ein Knackpunkt: Wer soll sein Votum abgeben? "Wir legen dem Ausschuss drei Alternativen vor", erklärt Technischer Beigeordneter Werner Hoffmann.

Entweder sollen nur Anwohner der Friedrichstraße vom Ortseingang bis Auf dem Mergendahl sowie der Straßen Am Tolles und Stövergasse das Wort haben. Bei Variante zwei würden zudem Anwohner der übrigen Friedrichstraße sowie der Kurze Straße befragt — und bei Variante drei würden die Postkarten zusätzlich ins Dichter-Viertel geschickt.

Grundsätzlich findet Ralf Mager (46) aus Kapellen, der im Rathaus dabei war, die Befragung gut. "Doch je weiter der Befragungs-Radius gezogen wird, um so mehr werden die Befragten die 250 Meter Umweg in den Vordergrund stellen und nicht die Verkehrssicherheit auf der Friedrichstraße", gibt er zu bedenken. "Mit der Einbahnstraße hat sich die Situation bei uns entspannt."

Auch Jörg Delvoss (43) war bei der Runde dabei. "Gegner und Befürworter sind sich näher gekommen, beide wollen eine Verkehrsberuhigung." Er ist für eine Aufhebung der Einbahnstraße "unter den jetzigen Bedingungen. Viele fahren schneller als früher. Ich habe mir ein Messgerät geliehen und Autos mit bis zu Tempo 70 gemessen."

Kritik am Treffen im Rathaus übt Karina Rau (43), die die Unterschriften-Sammlung pro Einbahnstraße mit initiiert hat. "Ich hatte den Eindruck, dass das eine Alibi-Funktion war, damit Politiker sagen können: ,Wir haben die Bürger ins Boot geholt.'" Die Argumente für und gegen Einbahnstraße seien nicht ausführlich erörtert worden.

(NGZ/rl)