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Grevenbroich: Ein Treffpunkt mitten in Langwaden

Grevenbroich : Ein Treffpunkt mitten in Langwaden

Die Gaststätte im Dorf ist geschlossen, dennoch hat Langwaden mitten im Ort einen Treffpunkt. In der ehemaligen Schule betreibt Petra Krause (42) das "Dorfcafé" mit Wohnzimmer-Atmosphäre. Nun plant sie Kreativkurse.

An der Wand hängen alte Schwarz-Weiß-Bilder vom Dorf und von der Familie, auf den Bänken liegen weiche Kissen, und das alte Küchen-Büffet neben der Tür "stammt noch von meinem Urgroßvater Peter Erschfeld", erzählt Petra Krause in ihrem kleinen "Dorfcafé Langwaden". Seit 2011 betreibt die 42-Jährige mitten im Ort einen "Treffpunkt mit Wohlfühlatmosphäre", wie sie selbst sagt. Langwadener und Besucher von außerhalb treffen sich dort zum Frühstück oder Kaffeetrinken, Schützenzüge kommen zum Fischessen, für Kinder gibt's einen kleinen Streichelzoo mit Kaninchen und Meerschweinchen. Und Petra Krause hat häufig Zeit für ein Schwätzchen — über die Familie oder den Urlaub. "Ein solcher Ort ist auch wichtig für den Zusammenhalt im Dorf. Die Gaststätte im Dorf hat ja geschlossen", erklärt ihre Mutter Karin Müllmann (65), die ihre Tochter im "Dorfcafé"unetrstützt unterstützt. "Früher saßen viele auf der Bank vor dem Haus und erzählten. Das ist seltener geworden." Neben dem Dorfcafé gibt's das Klosterrestaurant und einen Versammlungsraum im Kindergarten.

Das alte Haus mit dem kleinen Türmchen hat für die Familie eine besondere Geschichte. "Vor rund 100 Jahren zog mein Urgroßvater als Lehrer hier in der früheren Schule ein", sagt Petra Krause. Seit 1859 bestand in Langwaden eine Volksschule. Dort, wo einst Schüler Schreiben und Rechnen lernten, ist heute Zeit für Begegnungen bei Käsekuchen oder Frühstücksei. Im Jahr 2000 hatte Petra Krauses mittlerweile Verstorbener Vater Peter Müllmann das Haus übernommen. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Thomas Jansen und Bruder Frank Müllmann wurde das alte Haus mit Türmchen kernsaniert. "Hier steckt viel Herzblut drin", sagt sie Auch der Nachfolge-Schulbau im Ort aus dem Jahr 1928 dient heute bereits anderen Zwecken — als Kindertagesstätte.

Vor zwei Jahren richtete Petra Krause, die bereits als Kind einige zeit im alten Schulhaus gelebt hat, ihr kleines und gemütliches Café mit 30 Sitzplätzen ein. "Ich habe gern mit Menschen zu tun." Früher arbeitete sie in der Tankstelle im Ort, die ihre Eltern bis vor wenigen jahren betrieben. "Eine Arbeit im Büro wäre nichts für mich", erklärt die Mutter von zwei 16 und 19 Jahre alten Kindern. "Außerdem backe und koche ich gern, die Hobbys habe ich nun zum Beruf gemacht." Selbstgemachten Kuchen und Frühstück gibt's bei ihr, aber auch Marmelade, selbst gefertigte Ketten und manches mehr. Alle paar Monate dekoriert sie die gute Stube neu, die roten Kerzen und Adventsgestecke mit Herz sollen bald einem skandinavisch anmutenden Ambiente Platz machen. Ein Anliegen der Langwadenerin ist, Menschen zum Gespräch zusammenzubringen. "Hier sitzen oft auch Gäste, die sich vorher nicht kannten, an einem Tisch." Sie schmiedet bereits weitere Pläne. Eine neue Terrasse ist geplant, "außerdem möchte ich künftig Kreativ-Kurse anbieten, bei denen die Teilnehmer hier etwa filzen oder Schmuck anfertigen".

(NGZ)