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Grevenbroich: Ein Leben für Tischtennis

Grevenbroich : Ein Leben für Tischtennis

Michael Keil hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Er war Spielleiter der Bundesligen und Ligasekretär in Frankfurt am Main. Heute ist er hauptamtlicher Geschäftsführer beim Westdeutschen Tischtennis-Verband (WTTV) in Duisburg.

Neun Jahre lang pendelte er an den Wochenenden zwischen Frankfurt am Main und Grevenbroich. Dennoch spricht Michael Keil von seinem Traumjob. Der begeisterte Tischtennisspieler aus der Schlossstadt hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit acht Jahren ist der 50-Jährige Informatiker und Sportmanager Geschäftsführer beim Westdeutschen Tischtennis-Verband (WTTV). Als hauptamtlicher Geschäftsführer herrscht er über fünf Bezirke, 35 Kreise und 1300 Vereine. "Ich wollte schon immer in den Vorstand", erinnert sich der Tischtennisspieler.

Als Zehnjähriger hielt Keil zum ersten Mal einen Schläger in der Hand. "Seitdem bin ich mit dem Tischtennis-Virus infiziert." Als 14-Jähriger schaffte er es bis zu den Westdeutschen Meisterschaften. Seine Ehrenämter sprengen jeden Rahmen: Bis zu 18 Tischtennis-Ämter gleichzeitig bekleidete der leidenschaftliche Spieler zeitweise in Grevenbroich, im Tischtennisbezirk Düsseldorf und Tischtennis-Kreis Neuss-Grevenbroich. "Ich war im Vorstand genauso engagiert wie als Spieler."

Sieben Jahre arbeitete Keil nach seinem Informatikstudium in der Anwendungsprogrammierung bei 3M in Neuss. Dann beschloss er, sein Hobby zum Beruf zu machen:

1993 wurde er Spielleiter der Bundesligisten beim Deutschen Tischtennis-Bund in Frankfurt am Main, wo er unter anderem für die Terminplanung und den Schiedsrichtereinsatz zuständig war. "Als ich die mündliche Zusage hatte, habe ich meinen lukrativen Job bei 3M sofort gekündigt", erinnert sich Keil zurück. Ein Jahr später wurde er zum Liga-Sekretär befördert. Den Entschluss, aus seiner ehrenamtlichen Tätigkeit einen Beruf gemacht zu haben, habe er nie bereut: "Ich habe mir einen Traum erfüllt und trotzdem kein einziges Spiel in Grevenbroich verpasst", betont der 50-Jährige, der sich selbst als Perfektionist bezeichnet.

Als 2002 das Angebot seines heutigen Arbeitgebers aus Duisburg kam, habe Keil einfach nicht Nein sagen können. "Ich konnte die Bedingungen stellen: Ich kann meine Arbeitszeiten flexibel gestalten, habe mich finanziell verbessert und konnte in meine Heimat zurück", begründet Keil, der seine Urlaube fast ausschließlich bei sportlichen Großveranstaltungen wie Fußball-, Leichtathletik- oder Tischtennis-Europa-oder Weltmeisterschaften verbringt.

Seit 19 Jahren spielt Keil, der "die Frau, die das mitmacht", noch nicht gefunden hat, auch Schach in der ersten Bundesliga. Im Oktober wird er als Spieler bei der Skat-Weltmeisterschaft in Kapstadt antreten. Zu seinen schönsten Erfolgen im Schach zählt ein dritter Platz im Einzel 1990 in Australien. Im Tischtennis hat Keil seiner Meinung nach alles erreicht. "Wenn der Fußball käme und mir einen verantwortungsvollen Posten böte, würde ich nicht Nein sagen."

(NGZ)