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Grevenbroich: Ein Kranz für die Erfthalle

Grevenbroich : Ein Kranz für die Erfthalle

Mit einem großen Kranz verabschiedete sich der Zug "Schniddemänn". Das Konzept für den Schützenplatz wird jetzt im Umweltausschuss vorgestellt. Bürgermeisterin Kwasny führt Gespräche wegen einer Versammlungsstätte.

"In stiller Trauer" steht auf der grün-weißen Schleife; mit ernstem Gesicht legten die Mitglieder des Jägerzugs "Schniddemänn" vor dem Antreten den üppigen Kranz nieder, halten weiße Kerzen in den Händen. Kein klassisches Totengedenken sondern ein Abschied von einem Gebäude: Dieser Kranz ist einzig für die Erfthalle gedacht.

Nur wegen des Schützenfestes steht der Bau noch, danach werden die Bagger anrollen und ihn abreißen. Jahrelang hatten die Frimmersdorfer für ihre Erfthalle gekämpft, hatten Politiker unterschiedliche Alternativen diskutiert — ein Geldgeber für den maroden Bau mit massiven Brandschutzmängeln konnte aber nicht gefunden werden.

Versammlungsstätte fehlt

Der Abschiedsgruß voller Emotionen: "Wir wollen unsere Gefühle zum Ausdruck bringen", sagt Marco Brüggen, Zugführer der "Schniddemänn". Für ihn persönlich ist die Erfthalle mit zahlreichen schönen Erinnerungen verknüpft — dort erlebte der junge Dachdeckermeister im vergangenen Jahr seine Krönung. Wie auch Zugkamerad Thomas Leibold betont Brüggen die Bedeutung der Erfthalle für den Bürgerverein und für das Schützenfest, aber auch für alle Frimmersdorfer: "Hier wurden Hochzeiten, Geburtstage, Taufen oder Kommunion gefeiert. Und jetzt gibt es keine Alternative mehr für uns."

Ein letzter Gruß, eine Geste, die Bürgermeisterin Ursula Kwasny verstehen kann: "Das zeigt die Verbundenheit der Frimmersdorfer mit der Erfthalle." Gleichzeitig wagt sie Optimismus: "Ich führe Gespräche wegen einer anderen Versammlungsstätte." Ein Ergebnis könne sie aber noch nicht bekanntgegeben.

Für die mehr als 400 Schützen und Besucher war es das letzte Mal, dass sie an der Erfthalle vorbeiziehen konnten. Zwar war der Bauzaun hinter einer weißen Plane versteckt, dennoch fällt das Gebäude auf. Ein Jahr vor dem hundert-jährigen Bestehen, dass der Bürgerverein Frimmersdorf 2013 feiern wird, verliert er mit der Erfthalle seinen Treffpunkt.

Mit den Plänen für den neuen Schützenplatz — vorgeschlagen ist der Name "Schniddemänn"-Platz — werden sich die Politiker am Mittwoch im Umweltausschuss beschäftigen. Etwa 130 000 Euro muss die Stadt für das Projekt investieren — falls RWE nicht einen Teil dieser Kosten übernehmen wird. Der Zeitplan steht fest: Bis zum 17. August 2013 soll das Areal für die Schützen hergerichtet sein. Dann will der Bürgerverein erstmals sein Biwak feiern — mit der Einweihung des neuen Platzes.

(NGZ/ac)