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Ehrenamtlerin Hiltrud Tiefenbach von Caritas Grevenbroich mit goldener Ehrennadel ausgezeichnet

Mit Herz und Verstand im Einsatz für andere : Engagierte Neuratherin mit Gold ausgezeichnet

Sich für andere einzubringen, ist für  Hildtrud Tiefenbach (76) selbstverständlich. Dafür erhielt sie die Ehrennadel der Caritas.

 Wirklich wichtig sind ihr Auszeichnungen nicht. Doch als sie jetzt aus der Hand von Caritas-Vorstand Hans Werner Reisdorf die Ehrennadel in Gold bekam, war Hiltrud Tiefenbach gerührt. „Eine würdevolle Veranstaltung war das“, beschreibt die 76-Jährige die Vesper mit anschließender Feier in St. Matthäus. Ausgezeichnet wurde die Neuratherin für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement.

„Zu helfen – das war bei uns im Elternhaus normal“, erinnert sich die ausgebildete Einzelhandelskauffrau, die noch bis zu ihrem 73. Lebensjahr berufstätig war, an die Nachkriegszeit. Die Mutter war früh verwitwet und brachte Klein-Hiltrud und ihrer jüngeren Schwester nicht nur bei, selbstständig zu handeln, sondern den Blick für Mitmenschen nie zu verlieren. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ – dieses Zitat aus dem Matthäus-Evangelium ist seither so etwas wie ein Leitmotiv ihres Lebens.

In die Gemeindearbeit und die Aufgaben als Ehrenamtlerin ist die zweifache Mutter später „so reingerutscht, unser großer Sohn feierte Erstkommunion“, seither ist sie für andere da, absolviert Besuche bei Kranken, ist bei Haussammlungen mit von der Partie, ist noch immer als Kommunionhelferin tätig, organisiert im Hintergrund. „Meine Söhne sagen oft: ‚Mama, lehn’ doch mal was zurück’“, schildert sie fröhlich. „Aber das mache ich nie.“ Gibt es Listen zu erstellen oder Schreibarbeiten zu erledigen, „gucken alle mich groß an – naja, und dann übernehme ich das.“

Als „eingespieltes Team“, beschreibt die lebensfrohe Seniorin die anderen Mitstreiterinnen und sich. „Wir verstehen uns wirklich gut und ergänzen uns bestens.“ Die ehrenamtlichen Tätigkeiten bereite  ihr „immer Freude“. Gibt es schlimme Situationen zu erleben, hilft ihr ihr tief verwurzelter Glaube. „Ich bin eben in katholischer Tradition groß geworden.“ Im Quartier aufgewachsen, kennt sie sprichwörtlich nicht bloß jeden Baum und jeden Strauch, sondern ist auch selbst bestens bekannt, „Ich bin halt ein Neurather Urgestein“, beschreibt sie sich selbst, und Dank ihrer zugewandten, liebenswerten Art und einem „generellen Interesse an Menschen“ gelingt es ihr leicht, Kontakte zu knüpfen. An der ehrenamtlichen Arbeit gefällt ihr aber nicht nur der Austausch mit anderen und dass sie anderen helfen kann, „es ist eine überaus sinnstiftende Angelegenheit“. Dass sie „mal aus dem Haus kommt“, gefällt ihr auch.

Unterwegs ist der Familienmensch – Weihnachten wird natürlich mit den Söhnen sowie der Schwester gefeiert, traditionell gibt es Kartoffelsalat mit Schinkenröllchen und Würstchen –  auch gerne auf Reisen. Zu den „absoluten Glanzlichtern zählt die Fahrt nach Rom“, erinnert sie sich an eine 2011 unternommene Tour. Nicht nur, wegen der Audienz beim Papst bleiben diese „sechs Tage unvergesslich, Rom ist eine herrliche Stadt“, schwärmt sie von Prachtbauten und Museen. „Da möchte ich noch mal hin“, lautet ein Wunsch. Ihr allergrößter Wunsch aber ist, „fit und gesund zu bleiben“ – um für Familie, Freunde und Bedürftige da sein zu können.