Grevenbroich: Durchbruch für neues Gewerbegebiet?

Grevenbroich : Durchbruch für neues Gewerbegebiet?

Die Stadt Grevenbroich, die Gemeinde Jüchen und RWE als Entwickler hoffen auf das nächste Treffen mit der Bezirksregierung. Es könnte den Durchbruch für das dringend benötigte interkommunale Gewerbegebiet bringen.

Das interkommunale Gewerbegebiet von Jüchen und Grevenbroich steht vor der Entscheidung: Anfang Juni ist ein Treffen bei der Bezirksregierung in Düsseldorf terminiert. Darauf hoffen die Rathaus-Chefs in den beiden Kommunen, Ursula Kwasny und Harald Zillikens. Aber auch Alois Herbst, Leiter des Bereichs Umsiedlung und Flächenmanagement bei RWE: "Ich hoffe, dass das nächste Treffen den Durchbruch bringen wird", sagt Herbst, dessen Unternehmen das Gewerbegebiet im Dreieck zwischen den Autobahnen 540 und 46 entwickeln will. Eine Fläche von rund 45 Hektar Größe berge "ein hohes Zukunftspotenzial für beide Gemeinden".

Sowohl für die überschuldete Stadt Grevenbroich als auch für die Haushaltssicherungskommune Jüchen ist diese große Fläche unweit der Autobahnen eine Chance auf neue Firmen, neue Arbeitsplätze und auch höhere Gewerbesteuereinnahmen. Bürgermeisterin Ursula Kwasny hofft daher, dass sich das Projekt rasch realisieren lässt: "Wir haben nur noch wenige Flächen für Betriebe frei, die in Tag- und Nachtschichten arbeiten und somit Anlieger stören könnten. Das interkommunale Gebiet liegt weitab von der Wohnbebauung und wäre dafür ideal", sagt die Verwaltungschefin. Welche Ansiedlungen sie sich dort wünscht: "Betriebe aus dem Bereich der erneuerbaren Energien wären ideal — daraus könnte man gemeinsam mit der Gemeinde Jüchen ein Vorzeigeobjekt machen." Warum noch nicht geplant werden konnte: Die Brache müsste in der Landesentwicklungs- und der Regionalplanung als Gewerbegebiet ausgeschrieben werden. Doch bisher ist das Land nicht an einer solchen Änderung interessiert. Neben den beiden beteiligten Kommunen haben sich auch der Rhein-Kreis Neuss und RWE für das neue Areal eingesetzt, bisher ohne Erfolg.

Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens argumentiert unter anderem mit einer positiven Einschätzung dieser Fläche durch die Industrie- und Handelskammer. Ein weiterer Vorteil — neben der unmittelbaren Anbindung an die Autobahnen — ist die große Entfernung zu Wohngebieten. "Da es sich um rekultiviertes Tagebau-Areal handelt, wären Bau- und Planungsrecht schnell zu schaffen."

Harald Zillikens sieht noch eine Nachfrage nach großen, verkehrsgünstig gelegenen Flächen. Sie seien interessant etwa für Logistikunternehmen. Dies zeige auch der Regiopark in Mönchengladbach. Dort habe es 18, 19 Jahre gedauert, bis der Boom einsetze. Aber dank zweier zugkräftiger Unternehmen seien weitere gefolgt.

Sowohl Grevenbroich als auch Jüchen droht ein Mangel an großen Flächen, falls sie das geplante gemeinsame Gebiet nicht nutzen können: Beide Kommunen haben nur noch kleinere Flächen im Angebot. In Jüchen liegen sie an der Robert-Bosch-Straße, in Grevenbroich stehen "Areale in Kapellen, an der Merkatorstraße am Bahnhof oder in Neurath zur Verfügung", sagt Wirtschaftsförderin Carina Lucas.

(NGZ)