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Grevenbroich: DSDS-Titel soll den Kammmolch schützen

Grevenbroich : DSDS-Titel soll den Kammmolch schützen

Wenn das der Bohlen wüsste: Ausgerechnet mit dem Siegertitel der jüngsten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) kämpfen die Freien Bürger gegen den geplanten Bau der Landstraße 361n durch die Erft-aue. Mit "Call my name", dem Hit von Gewinner Pietro Lombardi, wollen die Mitglieder auf den dort lebenden Kammmolch aufmerksam machen – einer unter Artenschutz stehenden Amphibie.

Wenn das der Bohlen wüsste: Ausgerechnet mit dem Siegertitel der jüngsten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) kämpfen die Freien Bürger gegen den geplanten Bau der Landstraße 361n durch die Erft-aue. Mit "Call my name", dem Hit von Gewinner Pietro Lombardi, wollen die Mitglieder auf den dort lebenden Kammmolch aufmerksam machen — einer unter Artenschutz stehenden Amphibie.

"Die Plakate, die wir in Wevelinghoven verteilt haben, kommen gut an, die Resonanz ist groß", meint Thomas Bovermann, der Chef der Freien Bürger. Den DSDS-Titel habe er bewusst gewählt: "Denn er ist ein Blickfang vor allem für die jüngere Generation, die den Hit bestens kennt", argumentiert er. Aber auch Senioren, die des Englischen nicht so mächtig seien, kämen damit gut zurecht: "Die sprechen den Titel halt auf Plattdeutsch aus: Kall minge Nahm — was ja aufs gleiche herauskommt."

Eine Umweltstudie, die vom Landesbetrieb Straßen in Auftrag gegeben worden war, brachte es unlängst an den Tag: In der Erftaue tummelt sich der europaweit unter Artenschutz stehende Kammmolch (die NGZ berichtete). "Wir hoffen, dass die Straße verhindert werden kann, nachdem dieses seltene Tier dort nachgewiesen wurde. Sie würde geradewegs durch den Lebensraum des Molchs führen", betont Bovermann. Ähnlich äußert sich Henning Walther vom Bund für Umwelt und Naturschutz: "Wir sind jetzt gespannt, wie der Landesbetrieb Straßen damit umgehen wird", meint der Gindorfer.

Auch die Grünen sehen eine Chance, dass die Amphibie die Straße verhindern könnte. "Die Bürgerinitiative ,Rettet die Erftaue' zieht hierbei sogar eine Beschwerde bei der Europäischen Union in Erwägung", sagt Sprecher Dieter Dorok. Aktuelle Informationen, wie es mit der geplanten Straße weitergehen soll, erhofft er sich von Arndt Klocke. Der verkehrspolitische Sprecher der Landes-Grünen hat sich für den 21. Juni zu weiteren Gesprächen über die L361n angesagt.

CDU, SPD und FDP im Grevenbroicher Stadtrat haben sich für den Bau der Trasse ausgesprochen.

(NGZ)