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Grevenbroich: Dreieinhalb Jahre Haft nach Raubüberfall

Grevenbroich : Dreieinhalb Jahre Haft nach Raubüberfall

Acht Monate nach einem brutalen Raubüberfall auf die Tankstelle am Real-Supermarkt in Noithausen hat das Landgericht Mönchengladbach jetzt einen 40 Jahre alten Mann aus Grevenbroich zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Nachdem der Mann lange im Prozess geschwiegen hatte, hatte der gelernte Handwerksmeister letztlich doch gestanden, zusammen mit einem Komplizen die Tankstelle überfallen zu haben. Weil er auch seinen Mittäter namentlich benannte und dem Opfer 4000 Euro Schmerzensgeld zusagte, wertete das Gericht die Tat schließlich als "minderschweren Fall".

Für die Wende im Prozess am Landgericht hatte die angehende Schwiegermutter des angeklagten Grevenbroichers gesorgt. Nachdem ihre Tochter als Verlobte des Angeklagten noch von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hatte, plauderte ihre Mutter dagegen vor Gericht förmlich aus dem Nähkästchen. Die Frau hatte nämlich durch ihre Tochter erfahren, dass ihr angehender Schwiegersohn zusammen mit einem Komplizen den bewaffneten Raubüberfall auf die Tankstelle in Noithausen begangen hatte.

Derart unter Druck gesetzt, bemerkte der Angeklagte, dass ein weiteres Leugnen wohl keinen Zweck mehr haben würde. Er legte ein Geständnis ab und erklärte, er habe an seinem Geburtstag im Januar unter dem Einfluss von Drogen die Tat begangen — zusammen mit einem Komplizen, der nach Informationen aus Justizkreisen noch gestern festgenommen werden sollte.

Beide Männer waren mit Motorradhelmen maskiert vor dem Kassenhäuschen der Tankstelle am Real-Markt aufgetaucht, hatten sogar einmal unter der Scheibe hindurch geschossen und die Tageseinnahmen gefordert. Letztlich war den beiden Männern mit knapp 1000 Euro die Flucht gelungen.

Besonders dreist: Der Überfall hatte stattgefunden, obwohl an den Zapfsäulen noch Kunden ihre Fahrzeuge betankten und auch viele Einkäufer noch auf dem Supermarkt-Gelände unterwegs waren.

Der Angeklagte nutzte gestern vor dem Urteil die Gelegenheit, sich bei dem Opfer zu entschuldigen. Die aus Jüchen stammende Kassiererin hatte schwer unter den Folgen des Überfalls zu leiden, sie erhält ein Schmerzensgeld in Höhe von 4000 Euro.

Mit dem Urteil folgte das Landgericht letztlich dem Antrag von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung. Alle waren sich einig darin, dass der mehrfach vorbestrafte Grevenbroicher nun für dreieinhalb Jahre hinter Gitter muss.

(mape)