Grevenbroich: Drei Kirchen sollen schrumpfen

Grevenbroich: Drei Kirchen sollen schrumpfen

Die Innenräume der Gotteshäuser in Allrath, Neurath und der Südstadt werden voraussichtlich kleiner. Dort sollen zusätzlich Versammlungsräume eingerichtet werden.

Der Seelsorgebereich Vollrather Höhe will die Kosten für die Gebäudeunterhaltung massiv senken. Im Frühjahr 2017 wurde ein neues Konzept vorgestellt, das die Verkleinerung der Flähen, den Verkauf oder Abriss mehrerer Gebäude vorsieht. In drei Gemeinden - St. Matthäus Allrath, St. Joseph Südstadt und St. Lambertus Neurath sind nun Architekten bei der Arbeit, um Vorschläge für den Umbau zu machen. In den Kirchen sollen neue Räume für die Nutzung außerhalb von Gottesdiensten geschaffen werden.

Beendet ist die Zitterpartie um die Allrather Kirche St. Matthäus. Das Gebäudekonzept hatte als eine Alternative den Abriss des Gotteshauses - mit Ausnahme des Turms - und Bau eines kleineren Gebäudes vorgesehen. Der Plan ist vom Tisch, nach einem Gutachten des Amtes für Bodendenkmalpflege ist die aus den 60er Jahren stammende Kirche jetzt ein Baudenkmal. Als Alternativlösung hatte die Gemeinde vorgeschlagen, im Gebäude Pfarrsaal und Gruppenraum zu integrieren, damit kann das Pfarrheim aufgegeben werden. "Unsere Kirche ist zu groß, sie kann selten gefüllt werden", sagt Hans-Bernd Zimmer, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstandes. "Wir haben die Genehmigung aus Köln, eine Planung zu erstellen." Das Architekturbüro Lenze + Partner arbeitet an Entwürfen, die Ende Januar dem Kirchenvorstand und Vertretern des Erzbistums vorgestellt werden sollen. Vorgesehen ist, unter der Orgelbühne einen Pfarrsaal und einen Gruppenraum zu bauen - insgesamt rund 100 Quadratmeter groß. "Wir sehen das als machbar an", erklärt Architekt Bernd Sokolowski. Geplant ist, durch Schiebewände den Saal bei Bedarf auch bei Gottesdiensten nutzen zu können. Der Kircheneingang soll barrierefrei gestaltet, Küche und Sanitäranlagen im Anbau geschaffen werden. "Der Altarraum soll entgegen früherer Überlegungen unverändert bleiben", sagt Sokolowski.

Für St. Lambertus in Neurath werden ebenfalls Vorplanungen erstellt, damit wurde die Werkgemeinschaft Quasten-Mundt beauftragt. Die Planung im Groben: Die im Pfarrhaus liegenden Versammlungs- und Nebenräume sollen in das Gotteshaus verlegt werden, es soll ein neuer, barrierefreier Zugang geschaffen werden, der Altarraum soll erhalten bleiben. "Da werden große Summen bewegt werden müssen, auch weil die Kirche unter Denkmalschutz steht", sagt Peter Nobis, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, der auf ein Gespräch über die finanziellen Möglichkeiten mit Vertretern des Erzbistums wartet. Köln hat vorgeschlagen, das denkmalgeschützte Pfarrhaus nach dem Umbau der Kirche zu veräußern. Nobis hofft, dass es letzten Endes so weit nicht kommen mag. "Denn Kirche und Pfarrhaus bilden seit vielen Jahren eine Einheit."

Die Gemeinde St. Joseph in der Südstadt hat Professor Peter Böhm mit einer Vorplanung beauftragt. "Erste Entwürfe werden in Kürze erwartet", sagt Josef Theisen, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Der Plan: Die heute im Pfarrheim untergebrachten Versammlungsräume sollen in das Gotteshaus verlagert werden. "Ich bin noch nicht ganz überzeugt davon, ob das gelingen wird", sagt Theisen. Sollten die Pläne realisiert werden können, muss sich die Gemeinde anschließend mit einem weiteren Projekt beschäftigen. Nämlich der Zukunft des Gebäudekomplexes, zu dem der Jugendtreff GOT, das Pfarrheim, das Centro und der Kindergarten gehören, und die alle nur an einer Heizungsanlage angeschlossen sind. "Da kommen künftig noch dicke Brocken auf uns zu", meint Josef Theisen.

(NGZ)