Stadtteilserie: Neukirchen: Drei Generationen im Haus

Stadtteilserie: Neukirchen : Drei Generationen im Haus

Drei Generationen halten bei der Familie Groß in Neukirchen zusammen. Das Haus von Bernd und Brunhilde Groß ist oft der Treffpunkt. Emelie (2) – eins von sieben Enkelkindern – ist die erste, die im Dorf geboren wurde.

Drei Generationen halten bei der Familie Groß in Neukirchen zusammen. Das Haus von Bernd und Brunhilde Groß ist oft der Treffpunkt. Emelie (2) — eins von sieben Enkelkindern — ist die erste, die im Dorf geboren wurde.

Maximilian (5) baut die Ritterburg auf, Christian (fast drei) weiß, dass bei Opi und Omi eine Kiste mit ganz vielen Autos steht. Zur Familie von Bernd (71) und Brunhilde (68) Groß gehören drei Kinder und deren Ehepartner sowie sieben Enkel.

"Manchmal sind alle Enkelkinder zusammen bei uns", sagt der Großvater. Klar, dass bei den Groß' oft viel los ist. Das gemütliche Haus mit Garten an der Braunsberger Straße ist oft Treffpunkt für die ganze Familie. "Wir legen auf Zusammenhalt großen Wert", sagt Bernd Groß.

In den 70er Jahren kam das Ehepaar aus Schiefbahn nach Neukirchen, baute dort. "Bei den Festen im Ort und über die Schule haben wir schnell Kontakte gefunden", erzählt der gebürtige Weimarer, der bis zum Ruhestand als Vermessungsingenieur bei den Stadtwerken Düsseldorf gearbeitet hat.

Unter anderem engagiert er sich ehrenamtlich in der Kirche. Viele Jahre war Bernd Groß Baukirchmeister der evangelischen Kirchengemeinde. Darüber hinaus ist er Spieß im Hubertuskorps und hat vor Jahren den Zug "De ärme Kängeruhs" mit gegründet — die Mitglieder wohnen alle in der Siedlung.

Wie der ungewöhnliche Name entstand? "Den hatte einer bei der Gründung vorgeschlagen. Damals sagten Alt-Neukirchener über uns in der Siedlung: ,Das sind die Schuldenmillionäre, die große Sprünge mit leerem Beutel machen'", erzählt Bernd Groß schmunzelnd.

Der Zugname blieb, auch wenn längst weitere Baugebiete hinzugekommen sind. Auch Brunhilde Groß lebt gern in Neukirchen. "Es ist hier ländlich, aber nicht weit zu größeren Städten. Und wir haben eine sehr gute Nachbarschaft."

Und ihr Mann erklärt: "Wir sind hier heimisch geworden." Das gilt auch für die zweite Generation. "Ich fühle mich eher als Neukircherin, nicht als Grevenbroicherin", sagt Tochter Sabine Dicken (41), die mit Mann Johannes und den Kindern Maximilian, Christian und Katharina (8) ebenfalls in Neukirchen wohnt.

Die Grevenbroicher City ist weit weg, die Busverbindungen dorthin sind laut der Familie verbesserungswürdig. Auch die dritte Generation ist bereit fest im Dorf integriert. Die beiden älteren Kinder von Sabine Dicken sind in der SG Neukirchen-Hülchrath aktiv, Maximilian schwimmt zudem gern.

"Wir hoffen, dass das Neukirchener Hallenbad weiter erhalten bleibt", sagt seine Mutter. Die zweite Tochter von Brunhilde und Bernd Groß lebt mit Mann und zwei Kindern in Allrath. Aber auch sie kommen, wie Bernd Groß erzählt, oft nach Neukirchen.

Ein großer Vorzug von Neukirchen: "Hier gibt's einen Supermarkt, Metzger, Schuhgeschäft Ärzte, Apotheke", berichtet Julia Groß (32). Sie und ihr Mann Stefan (34) haben gerade ihr Haus im Neubaugebiet des Ortes fertig gebaut.

Der Sohn von Bernd Groß ist Sanitärheizungsmeister und hatte selbst die Bauleitung übernommen. In dieser Woche gab's ein besonderes Ereignis: Sohn Nils (5) hatte seinen ersten Tag in der Grundschule.

Tochter Emelie (2) ist übrigens die erste, die in Neukirchen — zu Hause — geboren wurde. Wie sein Vater ist auch Stefan Groß dem Brauchtum verbunden: Er ist Mitglied im Neukirchener Grenadierzug "Flotte Boschte" — übrigens zusammen mit seinen beiden Schwägern. Doch bereits jetzt am Wochenende steht für ihn ein Schützenfest an — in Neuss. Stefan Groß marschiert zum zehnten Mal in der Schützengilde mit.

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