Grevenbroich: Drei Erftaue-Schüler erfinden Füllhebinator

Grevenbroich: Drei Erftaue-Schüler erfinden Füllhebinator

Viertklässler belegen zweiten Platz bei Wettbewerb "Jugend forscht".

Den Terminator kennt jeder. Was ein "Füllhebinator" ist, wissen nur sie. Jamyn, Leticia (beide 10) und Sena (9) aus Gustorf haben ihn gemeinsam erfunden und beim NRW-Ausscheid des Wettbewerbs "Jugend forscht" damit einen zweiten Platz belegt.

"Im vergangenen Jahr waren wir stolz, überhaupt dabei zu sein", erinnert sich Erika Voets, Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Erftaue, die die drei Nachwuchsforscher besuchen, an die Premiere 2017 und die "so erfolgreiche Teilnahme jetzt". Jenseits des regulären Unterrichts gibt es an der GGS Erftaue mehrere Arbeitsgemeinschaften (AGs), eine davon ist die von Mandy Medrow geleitete "Experimentier-AG", an der insgesamt 15 Dritt- und Viertklässler regelmäßig einmal wöchentlich teilnehmen. Am Wettbewerb "Jugend forscht" können Schüler ab dem vierten Schuljahr mitmachen.

"Aus brauner Brause und Drops entwickeln wir Raketenzündstoff oder stellen Schleim her", beschreibt Sena ein Teil des Programms. "Es funktioniert nicht immer alles", fügt Leticia hinzu. "Aber es ist immer cool", sind sich die drei über die Einblicke in so etwas wie praktische Chemie und Physik einig. Weil aber Versuche - beispielsweise wie Geheimtinte hergestellt wird - dokumentiert werden, und zu dieser Niederschrift auch der Schüler 2.0 noch immer mit Füller und Papier arbeitet, passiert schon mal ein kleines Malheur: "Es fallen einem ja immer wieder Stifte runter", weiß Sena aus der Praxis. Als wieder einmal ein Füllfederhalter diesem physikalischen Grundgesetz folgte, brachte das die Drei auf eine Idee: "Wir erfanden den ,Füllhebinator'", erklärt Jamyn.

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Der Begriff leitet sich von seiner Funktion ab und ist gleichzeitig seine markanteste Eigenschaft: "Ohne sich bücken zu müssen, lassen sich damit Dinge aufheben", erläutert Leticia. Das wiederum ist nicht nur für Grundschüler wichtig, sondern ebenso für Rollstuhlfahrer oder Senioren. "Eine lebenspraktische Erfindung", die nicht nur die Jury überzeugte, sondern die Mandy Medrow und Erika Voets loben. "Da haben wir dann erstmal eine unserer Müllzangen genommen, auseinandergebaut und geguckt, wie die funktioniert", beschreibt Jamyn aus der 4a den Einstieg in die Erfindung. "Dann mussten wir passende Materialien suchen", die sich in Form von Holzstäben - Vorbild hierfür übrigens war Eiscreme am Stiel -, Pappe, Klebeband viel Farbe und noch mehr Fantasie fanden. Außerdem mussten diese überdimensionierten Greifhände, deren Enden an die Scheren von Krebsen erinnern, mehrere Kriterien erfüllen: Stabilität steht ganz oben, "also oben nicht zu schwer und unten nicht zu dünn", wie Fachmann Jamyn ausführt. Überhaupt muss das Konzept "leicht verständlich sein", und nicht zuletzt muss der "Füllhebinator" auch noch in den Schulranzen passen - und vom Sitzplatz aus bedienbar sein.

"Das hat riesigen Spaß gemacht", sind sich die drei Nachwuchsforscher einig. Dass sie außerdem bei "Jugend forscht" eine Siegprämie in Höhe von 60 Euro einstreichen konnten, fanden sie auch nicht schlecht. Denn jeder der "Füllhebinatoren" bekam 20 Euro. "Fürs Pizzaessen - und dann ist das Geld futsch", wie Erika Voets bei der offiziellen Ehrung in der Aula sagte. Oder, die pädagogisch wertvollere Alternative, als "Grundstock für das weitere Lernen". Für Jamyn durchaus eine Option. "Ich könnte mir später mal so einen Forscher-Beruf vorstellen."

(von)