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Grevenbroich: Doch Kameras an Schulen?

Grevenbroich : Doch Kameras an Schulen?

Graffiti, Glasscherben, Müll – immer wieder werden Grevenbroicher Schulen nachts von Randalierern heimgesucht. Die Rufe nach einer Videoüberwachung werden immer lauter. Mittwoch diskutiert darüber der Schulausschuss.

Graffiti, Glasscherben, Müll — immer wieder werden Grevenbroicher Schulen nachts von Randalierern heimgesucht. Die Rufe nach einer Videoüberwachung werden immer lauter. Mittwoch diskutiert darüber der Schulausschuss.

Schulleiter Manfred Schauf ist verärgert. Vor kurzem wurde das Pascal-Gymnasium erneut nachts von Randalierern aufgesucht. Als der Schulleiter morgens das Schulgelände betrat, mochte er kaum hinsehen: überall Glasscherben, Alkoholflaschen, Dreck. Manfred Schauf würde eine Videoüberwachung auf dem Schulgelände begrüßen. "ich glaube, es wäre eine kostengünstige und effektive Methode gegen den Vandalismus", sagt der Schulleiter.

Michael Heesch, Erster Beigeordneter, hat in der Vergangenheit immer wieder Anfragen von Schulen und besorgten Eltern bekommen, die sich für eine Videoüberwachung einsetzen. Mittwoch wird das Thema im Schulausschuss diskutiert. Bislang wurde eine Überwachung in den politischen Gremien abgelehnt. "Es ist schlimm, wie sich die Situation entwickelt hat", sagt Heesch.

Vor allem im Frühling und Sommer ist ein verwüsteter Schulhof nach ausgelassenen Partys von jungen Leuten an der Schule keine Seltenheit. "Es wurde sogar schon einmal auf einer Tischtennisplatte gegrillt. Die Reste lagen überall verteilt", sagt der Manfred Schauf. Vandalismus sei leider ein großes Problem am Pascal-Gymnasium. "Wir machen uns große Sorgen, wie es weitergehen soll", so Schauf.

Im Ausschuss soll nun diskutiert werden, ob grundsätzlich solch eine Kontrolle an Grevenbroicher Schulen doch denkbar wäre. "Es wäre dann auch immer eine individuelle Entscheidung, ob eine Schule videoüberwacht wird oder nicht", sagt Heesch. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Schüler seien nämlich viele rechtliche Voraussetzungen zu beachten.

An der Hans-Sachs-Schule und der Grundschule Noithausen hatte sich die Politik in der Vergangenheit gegen die Installation von Kameras entschieden. Die Grundschule Noithausen bekommt nun bald ein zusätzliches Tor, das den Schulhof abriegeln wird. Erst vorige Woche wurde auf dem Schulgelände erneut eine Fensterscheibe zerstört. "Die Situation ist immer noch schlimm. Wir hoffen, dass es durch das Tor besser wird", sagt Schulleiterin Marita Becker. Die Hans-Sachs-Schule wurde bereits eingezäunt. Dadurch hat die Verwüstung nachgelassen. "Es gibt aber immer noch einige, die nachts über den Zaun klettern und Wände beschmieren", berichtet Schulleiter Heinz Neuhöffer.

Beispiele für erfolgreiche Videoüberwachung gibt es in Jüchen. Dort werden das Gymnasium und die Realschule schon seit Jahren mit Kameras kontrolliert. In Grevenbroich werden die Rufe nach dieser Methode lauter. Heesch: "Ich denke, es wird eine kontroverse Diskussion im Schulausschuss."

(NGZ)