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Diskussion in Grevenbroich: Schlossgespräch zum Strukturwandel im Revier

Diskussion in Grevenbroich : Schlossgespräch zum Strukturwandel im Revier

Bundestagsmitglied Gröhe, Landrat Petrauschke und Gewerkschaftsvorsitzender Vassiliadis diskutierten beim Grevenbroicher Schlossgespräch.

Der Strukturwandel im Rheinischen Revier kann nur gelingen, wenn er Schritt für Schritt vollzogen werden und „wir niemanden zurücklassen“, meinte Schirmherr Hermann Gröhe im Schlusswort zum virtuellen „Grevenbroicher Schlossgespräch“ der Konrad-Adenauer-Stiftung. Ob es zum Strukturwandel nach dem Ausstieg aus der Braunkohle kommt, ist längst nicht mehr die Frage, sondern wie und wann.

Wie Gröhe äußerten sich auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, und Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG Bergbau, Chemie, Energie, in der von der Journalistin Michaela Rensing moderierten Gesprächsrunde zum Thema „Strukturwandel im Rheinischen Revier“. Erst durch die preisgünstige und in großer Menge verfügbare Energie dank der Braunkohle sei der industrielle Aufschwung der Region möglich geworden, gab Vassiliadis zu bedenken.

Über die noch in der Braunkohleindustrie tätigen Menschen macht sich der Gewerkschaftsboss noch die wenigsten Sorgen: Es gebe einen geregelten vorgezogenen Ruhestand für die Älteren – und einen Fachkräftemangel in der Region, der durch die gut ausgebildeten Mitbeiter ausgeglichen werden könne.

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Aus Klimaschutzgründen sei der Ausstieg aus der Braunkohle unabwendbar, meinte Petrauschke. Seine Besorgnis: „Wir steigen schneller aus der Braunkohleverstromung aus, als wir Strom aus regenerativen Quellen herstellen.“ Aber nicht nur der Strom aus regenerativen Quellen sei notwendig, „auch die Industrie und Chemie wird sich verändern.“

Das für diesen Wandel erforderlich Geld sei „in einem erstaunlichen Maße vom Bund eingestellt“, sagte Vassiliadis. Jetzt gehe es darum, dem Strukturwandel sinnvoll zu betreiben, wozu auch die Bereitstellung von neuen Industrie- und Gewerbeflächen gehöre. Außerdem sei eine moderne Infrastruktur erforderlich, dazu gehöre insbesondere die S-Bahn von Düsseldorf nach Aachen.

Zukunftsorientierte Ideen gibt es zuhauf. Einige stellte Petrauschke vor, etwa die Umwandlung der Aluminium-Industrie als größter Arbeitgeber in der Region zu einem Alu-Valley. Ein Schwerpunkt soll die Wasserstoff-Industrie werden, wobei Petrauschke und Vassiliadis zu bedenken gaben, dass die Herstellung derzeit noch sehr energieintensiv und damit nicht kostendeckend sei.