Diskussion in Grevenbroich: Sänger Torben Klein schimpft über Gema-Räuber

Diskussion in Grevenbroich : Ex-Räuber Torben Klein schimpft über Gema-Räuber

Hits covern, aber anschließend schlampig abrechnen – dagegen wandte sich Torben Klein, Ex-Front-Mann der Räuber.

Mit 14 Jahren sammelte er erste Bühnenerfahrung – bei einer Coverband. Jetzt knöpfte sich der aus Grevenbroich stammende Sänger Torben Klein in einem Facebook-Beitrag just die zahlreichen Coverbands im rheinischen Karneval vor. Der Vorwurf: Die spielten seine Hits und die der anderen Künstler nach, verdienten damit Geld, aber rechneten anschließend ungenau mit Gema ab. So werde der Urheber um die ihm zustehenden Honorare gebracht. Torben Klein, Ex-Front-Mann der Räuber, fragt: „Wo bleibt die Fairness bei der ganzen Sache?“

So notierte es Klein auf Facebook: „Ich finde es ja echt okay, wenn Bands und Sänger im Karneval unterwegs sind und bekannte Hits und Songs von mir, Brings, Paveier, Micky Brühl, Kasalla, Bläck Fööss oder wem auch immer nachspielen.“ Doch dies müsse ehrlich abgerechnet werden. Notfalls will der Ex-Räuber gegen die Hit-Räuber juristisch vorgehen: „Weltweit gibt es ein Urheberrecht, das beachtet werden muss. Es kostet euch als Künstler ja nichts.... und es ist ja nicht im Sinne des Erfinders, dass man sich irgendwann dagegen wehren muss...“

Der deutliche Hinweis hat sowohl bei Veranstaltern als auch bei Auftretenden – Bands, Musikzügen und Tanzgruppen – eine große Verunsicherung ausgelöst. „Mich haben viele angerufen und gefragt, was sie denn genau tun müssen“, sagte Klein gegenüber der NGZ am Freitag. Und genau das habe er mit seinem Facebook-Beitrag ja auch auslösen wollen. Ziel sei es keinesfalls gewesen, den vielen kleinen Veranstaltern im Karneval das Leben schwer zu machen. Auch habe er nichts gegen Tanzcorps, die für ihre Darbietungen eine Musikuntermalung bräuchten. „Nur wenn mittlerweile auch bei Tanzdarbietungen gesungen wird, ist auch das der Gema zu melden“, so Torben Klein.Gema-Sprecherin Gabi Schilcher erläuterte auf Nachfrage, dass Klein ein Kernthema der Gema angesprochen habe. In erster Linie sei der Veranstalter einer Sitzung oder Party für die korrekte Abrechnung verantwortlich. Er muss der Gema angeben, wie groß der Veranstaltungsraum in Quadratmetern ist und wieviel der Eintritt kostet. Daraus wird eine Lizenzgebühr für einen Abend ermittelt, die der Veranstalter an die Gema überweisen muss. Um dieses Geld anschließend gerecht auf die Urheber aller Lieder verteilen zu können, die an dem fraglichen Abend für gute Laune sorgten, müssen die Bands und Solo-Singer anschließend Listen mit der genauen Liedfolge einreichen. Auf dieser Basis werde das vom Veranstalter eingenommene Geld auf die Urheber verteilt, so die Gema-Sprecherin.