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Digitalisierung: Jetzt wird Grevenbroich eingescannt

Digitalisierung : Jetzt wird Grevenbroich eingescannt

Die Stadt will 3-D-Bilder als Arbeitsmittel einsetzen und hat für das Projekt 90.000 Euro in den Haushalt eingestellt. 360 Straßen-Kilometer müssen digitalisiert werden.

Der weiße Kleinwagen hat einen grauen Koffer auf dem Dach und gibt mit einer rot-weißen Schraffur der Motorhaube vor, ein Behördenfahrzeug zu sein. Das ist nicht der Fall. Fahrer und Fahrzeug sind lediglich im Auftrag des Rathauses unterwegs. Ab dem 2. Januar rollt das Kamerafahrzeug des Wetzlarer Dienstleisters „Cyclomedia“ durch alle Straßen Grevenbroichs. Der Auftrag lautet: die gesamte Stadt einzuscannen.

360 Straßenkilometer muss das Kameraauto zurücklegen. Es erstellt mit seiner Digitalkamera und einem Lindar-Laser vektorisierte 3-D-Bilder von Grevenbroich. Sie bilden einen Straßenzug nicht bloß ab, sondern lassen sich punktgenau ausmessen. Fachleute erkennen sofort, wie weit ein Gully von einer Einfahrt entfernt oder wie breit eine Häuserfassade tatsächlich ist.

Das sind nur Beispiele dafür, wie die Stadt den Bildersatz anschließend verwenden will. Der technische Beigeordnete Florian Herpel hofft darauf, dass die Investition vom 90.000 Euro gut angelegt ist. Auf Basis der Bilddaten könne die Grevenbroicher Verwaltung Arbeitsprozesse zeitsparender und kostengünstiger erledigen, heißt es in einer Mitteilung: „Die Nutzung der Bilder spart Kosten ein, verbessert den Bürgerservice und verkürzt verwaltungsinterne Prozesslaufzeiten.“

Bestätigt wird dies durch die Leverkusener Baudezernentin Andrea Deppe. Leverkusen setzt die 3-D-Bider bereits seit 2017 ein. Zahlreiche Ortstermine seien überflüssig geworden. Der Fachbereich Straßenverkehr setzte die 360-Grad-Bilder zur Bearbeitung von Bürgerbeschwerden ein. Der Tiefbau dokumentiere große Bauprojekte. Die Schulverwaltung kümmere sich anhand der Spezialaufnahmen um die Sicherheit von Schulwegen und die Feuerwehr greift zur Einsatzplanung auf die Fotos zurück.

Bei all dem bleibe der Datenschutz gewährleistet. Das versichern sowohl der Dienstleister Cyclomedia, also auch Dezernent Florian Herpel für die Stadt Grevenbroich. Gesichter und Autokennzeichen würden unkenntlich gemacht. Anders als bei Google Earth könnten sich Hausbesitzer nicht gegen die Aufnahmen wehren. Denn zugänglich sind sie allein für die Grevenbroicher Stadtverwaltung.

Infos zum Datenschutz unter www.cyclomedia.com/de/privatsphaere. Ansprechpartner für Bürger im Rathaus ist Bernd Heyer, Tel. 02181 608-322, bernd.heyer@grevenbroich.de