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Diedrich-Uhlhorn-Realschule Grevenbroich: Schulleiterin Anita Piel geht in Ruhestand

Diedrich-Uhlhorn-Realschule Grevenbroich : Schulleiterin Anita Piel sagt „ade“

Anita Piel geht in den Ruhestand. Die Leiterin der Diedrich-Uhlhorn-Realschule blickt zurück auf eine bewegte Zeit – unter anderem auf die Fusion der beiden Realschul-Standorte. Was die Schulform aus ihrer Sicht ausmacht und was sie in der neu gewonnenen Zeit machen möchte.

Wenn Anita Piel in ihrem Heimat-Stadtteil Wevelinghoven unterwegs ist, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie auf ehemalige Schüler trifft: Als Bewohnerin ist sie eng mit der Gartenstadt verbunden – und als Schulleiterin noch einmal mehr. Nun heißt es: Abschied nehmen. Nicht vom Stadtteil, aber von der Diedrich-Uhlhorn-Realschule. Anita Piel wechselt am 2. Juli in den Ruhestand. Ihr Nachfolger Manfred Rost ist bereits formal im Amt – ein weicher Übergang sozusagen, auch, damit sich der frühere Konrektor mit den neuen Aufgaben vertraut machen kann.

Nach rund sieben Jahren als Leiterin des Standorts am Heyerweg 12 verabschiedet sich Anita Piel nun „mit ein bisschen Wehmut, aber auch mit Freude, die eigentlich überwiegt“, wie sie sagt. Mit „ihrer“ Realschule möchte sie aber weiterhin verbunden bleiben, denn in all den Jahren sind ihr viele Wegbegleiter ans Herz gewachsen, darunter ihre Kollegen.

Mit Freude blickt die 66-Jährige zurück auf eine bewegte Zeit: Nach Stationen an zwei Gesamtschulen und an der Realschule in Jüchen war sie seit 2002 als Konrektorin an der Realschule Bergheimer Straße in Grevenbroich beschäftigt, seit 2010 Schulleiterin im Stadtzentrum – bis sie 2014 nach Wevelinghoven wechselte. Ein Höhepunkt ihrer Zeit als Schulleiterin: das 50-Jahr-Jubiläum der Realschule Bergheimer Straße im Jahr 2011. „Das war ein großes Fest“, erinnert sich Anita Piel: „Wir haben damals einen Zirkus engagiert, es gab ein großes Ehemaligen-Treffen und eine Projektwoche, in der ich viele Schüler noch einmal von einer ganz anderen Seite kennengelernt habe.“

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An die Jubiläumstage denkt Anita Piel gern zurück, ebenso an die Auszeichnung der Schule durch die damalige NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann. Mit dem Jubiläum einher ging jedoch auch der Beschluss, dass der Standort an der Bergheimer Straße geschlossen wird – für Piel und ihre Kollegen damals ein großes Wechselbad der Gefühle. 2014 wechselte sie als Schulleiterin an die Diedrich-Uhlhorn-Realschule, die einst mit der Schule im Stadtzentrum in „gesundem Wettbewerb“ gestanden hatte. Als Mitglied eines Führungstrios mit Manfred Rost und Holger Hohmeier stand sie einige Zeit lang an der Spitze beider Standorte, bis die Realschule an der „Bergheimer“ auslief.

Den Parallelbetrieb beider Standorte bezeichnet Anita Piel heute als „große Herausforderung“. Dazu zählt auch der Wechsel der letzten Schüler sowie des Lehrerkollegiums 2017/2018 an den Heyerweg. „Kurzzeitig waren wir damals eine der größten Realschulen des Landes“, erinnert Sebastian Potschka, Sprecher der Diedrich-Uhlhorn-Realschule.

Die Schulform Realschule in Grevenbroich wurde spätestens mit der Schließung der Einrichtung in der Innenstadt immer mehr in Frage gestellt. Die Debatte um die Schließung habe Piel praktisch von Beginn an begleitet, berichtet sie. Zuletzt gab es Vorstöße, die Diedrich-Uhlhorn-Realschule umzuwandeln in eine dritte Gesamtschule. Das ist unter anderem mit Blick auf die Anmeldezahlen für die Schule durchaus umstritten – auch politisch. „Wir verzeichnen für das nächste Schuljahr 70 Anmeldungen aus ,eigener Kraft’. Diese Zahl ist für uns ausschlaggebend“, sagt Piel: „Dazu kommen weitere Schüler, die in anderen Schulen nicht untergekommen sind.“ Damit starte die Diedrich-Uhlhorn-Realschule mit 101 angemeldeten Kindern ins nächste Schuljahr. Dass die Debatte um die Schließung der Schule belastend ist, daraus macht auch Anita Piel keinen Hehl: „Ich bin davon überzeugt, dass wir deutlich mehr Anmeldungen verzeichnen würden, wenn die Diskussion nicht immer neu aufflammen würde.“

Die Wevelinghovenerin selbst ist ausgebildete Realschullehrerin und von der Schulform überzeugt. „Die Kinder werden sozusagen an die Hand genommen, was gut in einem kleinen System funktioniert.“ Gut ausgebildet würden sie bis zum Einstieg ins Berufsleben begleitet. „Bis zum Schluss stehen den Kindern alle Wege offen, auch was eine Weiterbildung betrifft“, sagt Piel, die an der Universität Köln Deutsch und Sozialwissenschaften auf Lehramt studiert hat und sich unter anderem als Politiklehrerin besonders in der politischen und historischen Bildungsarbeit engagiert hat. Exemplarisch dafür steht ihr Engagement für die Berlin-Fahrten der Jahrgangsstufen 10, die sie in den vergangenen Jahren begleitet hat, um den Schülern das politische Geschehen in der Bundeshauptstadt näherzubringen.

Natürlich wird sie auch als Ruheständlerin den einen oder anderen Ausflug nach Berlin unternehmen. Überhaupt reist die Wevelinghovenerin gern. Mit ihrem Mann möchte sie noch in diesem Jahr den Main-Radweg zwischen Bayreuth und Aschaffenburg bestreiten. „Im November möchte ich am liebsten eine Zeit auf den Kanaren verbringen“, sagt Anita Piel, die die neu gewonnene Zeit auch für einen Besuch ihrer Tochter nutzen möchte, die in den USA lebt.