Grevenbroich: Die Tücken der Zeitumstellung

Grevenbroich: Die Tücken der Zeitumstellung

Samstag Nacht ist es wieder soweit: Um zwei Uhr werden die Zeiger eine Stunde vorgestellt. Doch die Umstellung auf die Sommerzeit birgt manche Tücke in sich. Die NGZ hat dem "Volkssport" Zeitumstellung auf den Zeiger gefühlt.

Ring! Aufgewacht! Samstag Nacht wird die Funkuhr wieder rattern. Automatisch passt sie sich der Sommerzeit an. Pünktlich um zwei Uhr rotieren die Zeiger eine Stunde vor. "Puh, Glück gehabt", denken sich die Funkuhrbesitzer dann morgen früh. Dank der Automatik müssen sie Eines nicht befürchten: dass sie die Umstellung auf die Sommerzeit verschlafen. Die NGZ hat dem Volkssport "Zeitumstellung" auf den Zeiger gefühlt – nicht immer ganz ernst gemeint. Die Eselsbrücke

Muss man die Uhr zur Sommerzeit jetzt eine Stunde vor- oder zurückstellen? Diese Frage stellen sich viele Bürger. Kein Wunder: Bei all den Frühlingsgefühlen schauen nur Romantikmuffel ganz genau auf die Uhr. Leicht merken kann man sich die Zeigerfrage mit einer Eselsbrücke: Im Sommer stellt man die Gartenmöbel vor das Haus – und die Zeiger eine Stunde vor. Im Winter holt man die Möbel wieder zurück ins Haus. Die Zeiger werden dann zurückgestellt. Der Uhrmacher

Er hätte einen ziemlich blöden Tag vor sich, wenn er tatsächlich alle Uhren in seinem Geschäft eine Stunde vorstellen müsste. Tut er aber nicht. Fred Leven (39) von "Uhren und Optik Leven" muss bei dieser Vorstellung lachen. "Da wäre ich aber einige Stunden beschäftigt", sagt er. Richtig eingestellt werden die Uhren erst, wenn sie verkauft werden. Die Ausrede

"Zeitumstellung" ist die perfekte Ausrede bei Verspätungen. Da regt sich kaum einer auf, da wird gelacht und ein gönnerhaftes "Mensch, du bist aber auch einer" in die Runde geworfen. Doch es gilt: Funkuhrbesitzer aufgepasst! Bei ihnen kann der Schuss nach hinten losgehen. Die Uhr stellt sich ja automatisch richtig ein. Da ist es mit der Ausrede "Zeitumstellung" Essig. Wer es trotzdem versucht: Da klingt das "Mensch, du bist aber auch einer" garantiert nicht mehr gönnerhaft. Die Ungerechtigkeit

Es ist wie verhext: Gerade jetzt, bei all der Frühjahrsmüdigkeit, geht durch die Zeitumstellung auch noch eine Stunde flöten. Manche Schlafforscher sehen darin gar eine Gesundheitsgefahr. Die Umstellung sei ein Eingriff in das biologische Zeitsystem des Menschen. Schade eigentlich, dass der Satz "Ich musste meinem Biorhythmus zuliebe noch ein Stündchen schlafen", gesellschaftlich nicht anerkannt ist. Der Schwindelfreie

In etwa 35 Meter Höhe prangt die Uhr am Kirchturm von St. Stephanus Elsen. Um die Sommerzeit kümmert sich Küster Christoph Wieczorek. Doch keine Sorge: Der 43-Jährige muss zu nächtlicher Stunde keine Leiter in schwindelerregende Höhen erklimmen. "Der Mechanismus für die Zeiger befindet sich bequem zu erreichen weiter unten in der Kirche", erklärt er.

(NGZ)