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Die nachhaltige Einkaufstasche "Boomerang-Bag" kommt nach Grevenbroich

Idee für Grevenbroich aus Australien : Die Bumerang-Tasche kommt in die Stadt

Kostenlose Taschen sollen den Plastikverbrauch senken. Jede Tasche wird aus Stoffresten hergestellt und dadurch zum Unikat. Bei der ersten gemeinsamen Nähaktion wird gestempelt, geschnitten und nummeriert.

Jede Tasche ist einzigartig. Die Boomerang-Bags werden aus ganz alltäglichen Stoffen genäht, die andernfalls im Müll landen würden. Auf diese Weise entstehen bunte, schrille und ungewöhnliche Taschen. Die Frauen, die Jenny Goergens und Lene Dunt am Mittwochnachmittag im Büro der Stellwerkinitiative versammelt haben, eint eine Idee: Weg mit den Plastiktaschen aus dem Einzelhandel, her mit den individuellen Boomerang-Bags.

Jenny Goergens hält eine der ersten Taschen hoch, die mit dem offiziellen Logo versehen sind. Foto: Christian Albustin
Mit viel Kraft drückt Jenny Goergens den Stempel auf die Tasche. Foto: Christian Albustin

Der Hoodie der Tochter, die alte Bettwäsche oder Omas Tischdecke – alles ist dazu geeignet, eine Bumerang-Tasche zu werden. Die Taschen sollen kostenfrei beim Einzelhandel ausliegen. Jeder soll sie mitnehmen, wiederbringen und tauschen können – daher der Name. „Besonders coole Taschen geben die Leute natürlich nicht mehr her“, sagt Goergens. So ein Fall sei eine Tasche aus einer alten Diddl-Maus-Bettwäsche gewesen. Die sei so gut angekommen, „die sehen wir bestimmt nicht wieder“, sagt sie.

Vorsichtig muss der Stempel mit der Farbe betupft werden. Foto: Christian Albustin

Am Mittwochnachmittag treffen sich die ehrenamtlichen Näherinnen der Initiative erstmals im Büro der Stellwerkinitiative. Birgit Felsch von der „Creativ-Schneiderei“ in Kapellen hat ihre Nähmaschine mitgebracht und beginnt zügig die Stoffteile für den Stempel auf fertige Beutel zu nähen. Jenny Goergens macht sich derweil mit dem Stempel vertraut, der das offizielle Logo und den Grevenbroich-Schriftzug trägt. Nach ein paar Anläufen sind alle zufrieden mit dem Ergebnis, die ersten Taschen können nummeriert werden.

Die Idee mit den Taschen kommt aus Australien. Weltweit haben sich bereits rund 1000 Gemeinden gefunden, die die Boomerang-Bags herstellen. In Deutschland gibt es bislang 15 registrierte Gruppen. „Wir haben uns die Idee bei den Leuten aus Krefeld-Hüls abgeschaut“, erzählt Goergens. Auf der Internetseite der Initiative steht, dass schon über 220.000 Taschen genäht wurden.

Goergens Aufruf auf Facebook vor zwei Wochen kam bei den Grevenbroichern gut an. Über 180 Menschen hätten sich daraufhin gemeldet. Nicht jeder will oder kann Taschen nähen, viele spenden auch einfach nur Stoffe. Rund 20 Frauen und ein Mann arbeiteten aktuell an den Nähmaschinen mit. Die genähten Taschen könnten unterschiedlicher kaum sein: Es gibt große und kleine, flauschige und seidige. An einer ist noch der Kragen vom Pullover zu erkennen, was die Tasche deutlich hervorhebt. „Wenn auch die Apotheken mitmachen, werden wir noch viel mehr kleine Taschen brauchen“, gibt Dunt zu bedenken.

Sogar Anfragen von Kindergärten gebe es schon. Die Kinder der Kita Zaubermühle dürfen demnächst fleißig stempeln und nähen. Die Taschen sollen zum Start des Weihnachtsgeschäfts bei den teilnehmenden inhabergeführten Geschäften in Grevenbroich ausliegen. Wer mitmachen möchte, darf dies gerne tun. Die Näherinnengruppe will sich im Ladenlokal an der Bahnstraße 71 zunächst freitags treffen, weitere Informationen gibt es auf der Facebook-Seite „Boomerang Bags Grevenbroich“. Dunt informiert: „Auf lange Sicht suchen wir auch einen Ort, an dem wir vielleicht samstags von 9 bis 18 Uhr nähen können.“