Grevenbroich: Die "Marianische" wird neu belebt

Grevenbroich : Die "Marianische" wird neu belebt

Noch wird ein Brudermeister für die 500 Jahre alte Bruderschaft gesucht.

Um die mehr als 500 Jahre alte Marianische Bruderschaft ist es nach dem Tod von Pfarrer Gerhard Kullmann und seinem Bruder Heribert ruhig geworden. Die beiden waren bis vor wenigen Jahren die "Motoren" der traditionsreichen Gemeinschaft und hielten die Bruderschaft zusammen. Nun, im Marien-Monat Mai, soll die "Marianische" neu belebt werden.

Dazu ist der verbliebene Vorstand um Vize-Brudermeister Hans-Jürgen Burgbach, Schatzmeister Lothar Zimmermann und Beisitzer Rolf Göckmann fest entschlossen. "Und es gibt viele, die uns bei diesem Vorhaben unterstützen wollen", freut sich Burbach. Beim Wevelinghovener Schützenfest im August des vergangenen Jahres hatten sich immerhin mehr als 60 Personen in eine Liste eingetragen, die an einer Neubelebung der erstmals 1509 erwähnten Bruderschaft interessiert sind. Zwischenzeitlich ist - auch unter reger Beteiligung von Vorstandsmitgliedern des Bürgerschützenvereins - eine achtköpfige Findungskommission gegründet worden, die auf der Suche nach einem Brudermeister ist. Der sollte idealerweise aus Wevelinghoven kommen.

Für den 26. Juni ist darüber hinaus eine Jahreshauptversammlung anberaumt worden, die erste seit fünf Jahren. "Dort wollen wir die Ziele der Bruderschaft neu abstecken", berichtet Burbach. Die Marianer wollen sich künftig verstärkt auch im kirchlichen Bereich engagieren - und beginnen damit schon in diesem Monat. Am Mittwoch, 31. Mai, 18 Uhr, wird nach mehrjähriger Pause wieder eine Maiandacht vor der Marienkapelle in Langwaden veranstaltet. Die geistliche Begleitung übernimmt Pater Aelred aus dem Zisterzienserkloster. Im Anschluss werden die Teilnehmer den Biergarten der Mönche besuchen, bei schlechtem Wetter soll es in die Klosterschenke gehen.

"Selbstverständlich ist die Marianische Bruderschaft nach wie vor Mitglied des Bürgerschützenvereins", sagt Hans-Jürgen Burbach. Aus diesem Grund ist auch geplant, künftig wieder eine eigene Zugabordnung für die Schützenfesttage zu stellen. Viele Jahre lang marschierte die Bruderschaft als erster Zug im Grenadierkorps der Gartenstadt.

"Traditionen aufrecht erhalten - das ist der Sinn einer Bruderschaft", sagt Hans-Jürgen Burbach. Dazu zählt er auch die Pflege von Denkmälern und Heiligenhäuschen. Der Vize-Brudermeister sieht sich selbst als Verfechter alter Bräuche, etwa indem er zu den Fronleichnamsproessionen eine Marienfigur vor die Haustür stellt. Burbach hütet eine ganz besondere Porzellan-Statue, der "Kevelaer-Madonna", die gut 200 Jahre alt ist und die schon seine Urgroßmutter vor die Türe ihres Hauses an der Brückenstraße positionierte.

Der Vize-Brudermeister selbst ist ein glühender Marienverehrer: Einmal in der Woche zieht es ihn nach Kevelaer, dort zählt er zu den Mitgliedern der traditionsreichen Gebetsgemeinschaft "Consolatrix Afflictorum" (Trösterin der Betrübten). Damit führt der 61 Jahre Vorruheständler so etwas wie eine Familientradition fort. Sein Urgroßvater ist immerhin 50 Mal zu Fuß nach Kevelaer gepilgert.

(NGZ)
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