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Grevenbroich: Die Kiwi-Züchter

Grevenbroich : Die Kiwi-Züchter

Ein Hauch von Neuseeland weht durch Tüschenbroich: An der Kapellener Straße wachsen und gedeihen zuckersüße Kiwis. Die Familie Heiligmann erntet jährlich mehr als 3800 Früchte in ihrem Garten.

Tüschenbroich muss ein ganz besonderes Klima haben. Davon sind die Heiligmanns überzeugt. Denn in ihrem Garten an der Kapellener Straße wächst und gedeiht die exotische Kiwi-Pflanze. Und wie! Jährlich erntet die Familie Früchte mit einem Gesamtgewicht von mehr als 100 Kilogramm. "Das sind weit über 3800 Kiwis", sagt Ralf Heiligmann nicht ohne Stolz. In einigen Wochen muss gepflückt werden, dann sind die Tüschenbroicher auf die Hilfe von Freunden und Nachbarn angewiesen.

Ralf Heiligmann ist gelernter Gärtnermeister und hat seinen großen Garten mit vielen seltenen Pflanzen bestückt. Sechs verschiedene Bambussorten wachsen dort, auch ein mächtiger japanischer Kaiserbaum reckt sich in die Höhe und begeistert Ende April mit azurblauen Blüten. "Das Highlight ist aber die Kiwi", erklärt der 49-jährige Familienvater: "Denn die sieht zurzeit besonders spektakulär aus."

Der Fachmann hat die Blätter entfernt, damit die Früchte die volle Spätsommer-Sonne abbekommen und gut ausreifen können. Die geballte Ladung an Vitamin-Bomben, die sich dicht an dicht vom Garten bis vor das Haus drängen, zieht denn auch die Blicke von Spaziergängern an: "Die Leute bleiben stehen, viele können es gar nicht fassen, dass hier solche Früchte gedeihen", sagt Ehefrau Stephanie (45).

Vor 15 Jahren haben die Heiligmanns ihre Kiwis gesetzt, eine männliche und eine weibliche Pflanze, letztere trägt die Früchte. "Es dauert sechs bis sieben Jahre, bevor die erste Ernte eingefahren werden kann", erklärt Ralf Heiligmann: "Diese Geduld muss man aufbringen, bevor die grünen, zuckersüßen Kiwis genossen werden können." Anfang November, nach dem ersten leichten Nachtfrost, werden die Kisten aus dem Keller geholt, dann beginnt die Pflückarbeit. "Wir machen daraus in jedem Jahr ein Event, erst wird geerntet, dann mit alle Mann gegrillt", sagt Stephanie Heiligmann.

Ein Großteil der Früchte wird an Freunde und Nachbarn verteilt, auch der Kindergarten und die Grundschule, die Sohn Samuel (6) seit August besucht, bekommen ihren Anteil fürs gesunde Frühstück. Ein Teil der Früchte wird in Scheiben geschnitten und in die Kühltruhe gelegt: "Diese leckeren Eis-Chips schmecken vor allem Kindern im Sommer super gut", weiß Stephanie Heiligmann. Selbst die winzigsten Kiwis finden noch dankbare Abnehmer. Eine Tante der Familie macht daraus einen sehr bekömmlichen Aufgesetzten.

Ralf und Stephanie Heiligmann werden im nächsten Jahr zum Königspaar von Schlicherum gekrönt. Gut möglich, dass der leckere Schnaps den Schützen aus dem Neusser Stadtteil bald als exotischer Königstrunk gereicht wird.

(NGZ/ac)