Serie Unsere Malteser: Die Jugend ist Teil der Helfer-Familie

Serie Unsere Malteser : Die Jugend ist Teil der Helfer-Familie

Nicht nur die Einsätze und das Training locken junge Menschen zum Mitmachen bei den Jüchener Maltesern. Sie finden dort Freunde und sind Teil einer Helfer-Familie. Für viele entwickelt sich aus dem Ehrenamt auch eine Berufsperspektive.

Jüchen Sie tragen Uniform, fahren auf dem Rettungswagen mit zu Einsätzen, sie sind schon ein fester Bestandteil der Jüchener Malteser: die achtköpfige Jugendgruppe. "Wir sind wie eine Familie", sagt die 17-jährige Anica Cypa, die bislang einzige "Quotenfrau" in der Malteser-Jugend, die mit den Jungs aber sehr gut klarkommt. Der 20-jährige Sven Schönfuß hat die Jugendgruppe aufgebaut und freut sich über zunehmenden Zulauf, der sich in der Regel über den Schulsanitätsdienst oder die Erste-Hilfe-Ausbildung zum Beispiel im Gymnasium Jüchen einstellt. Eine regelrechte "Keimzelle" für den Maltesernachwuchs ist auch die Katholische Hauptschule Grevenbroich, die Schönfuß selbst sowie etliche weitere Mitglieder der Gruppe besucht haben.

Da liegt es nahe, für die Gruppenabende mittwochs auch schon mal Fahrgemeinschaften von Grevenbroich nach Jüchen zur Malteserwache zu bilden. Doch es sind nicht nur die Trainings- und Einsatzstunden, die die jungen Leute miteinander verbringen: "Bei den Maltesern habe ich auch meinen Freundeskreis", sagt der 18-jährige Jonas Clever - und die Übrigen in der Runde stimmen ihm zu. Clever gehört zu den Jugendlichen, die mit 18 Jahren in den aktiven Malteserdienst wechseln können und wollen. Mit 16 Jahren war er in die Jugendgruppe eingetreten und hat dort bereits den theoretischen Teil seiner Rettungshelferausbildung vorbereiten können, wie es viele tun, weiß Malteser-Ortsbeauftragter Daniel Bönnen. "Mit 18 Jahren können die jungen Leute dann noch den praktischen Teil der Ausbildung absolvieren und die Prüfung machen", informiert Bönnen. Die hat Jonas Clever mittlerweile auch geschafft. Seine Ziele hat er klar vor Augen: Er möchte nach dem Fachabitur Informationstechnik studieren, bei den Maltesern ehrenamtlich weiter mitarbeiten und möglichst noch die Ausbildung zum Rettungssanitäter absolvieren.

Wieder andere finden über das Ehrenamt aber auch gleichzeitig den Berufs fürs Leben, wie es beispielsweise Sven Schönfuß jetzt ergeht. Der heute 20-Jährige hatte mit 16 Jahren zunächst beim DRK als Sanitätshelfer in der Schule angefangen und war dann zu den Maltesern gewechselt, wo er sich jetzt erfolgreich um eine Ausbildungsstelle in der Rettungswache beworben hatte. So wird er als hauptamtlicher Rettungsassistent ausgebildet und leitet im Ehrenamt weiterhin die Jugendabteilung.

So wie Schönfuß ergeht es auch Anica Cypa oder Fabian Zanders, die beide aus ihrem ehrenamtlichen Engagement bei den Maltesern heraus einen medizinischen Beruf anstreben. "Es hat mich gepackt. Ich mag es, Menschen in Not zu helfen", beschreibt die 17-Jährige ihre Motivation, die auch die übrigen Mitglieder der Malteser-Jugend teilen. Der 18-jährige Fabian möchte nach seinem Abitur am Jüchener Gymnasium Medizin studierten und Arzt werden. Ihm seien "die Malteser schon in die Wiege gelegt worden", sagt der Sohn des Malteser-Feldkochs Thomas Zanders. Deshalb möchte er auch sein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Maltesern absolvieren und sicherlich manchmal auch nicht nur für die Jugend etwas Leckeres in der Feldküche brutzeln. Denn dort tritt Fabian bereits in die Fußstapfen seines Vaters. "Bei uns gibt es keine Grenzen zwischen der Jugend und den erwachsenen Maltesern. Wir sind wirklich alle eine Familie", bestätigt Sven Schönfuß.

(NGZ)
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