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Grevenbroich: Die Hülchrather packen an

Grevenbroich : Die Hülchrather packen an

Wenn es etwas im Ort zu verschönern gibt, wird nicht lange gezögert – die Hülchrather packen an. Jüngstes Beispiel: Hans-Josef Sandkaul, Konrad Hoffmann und Paul Steins sanierten mit Steinmetz Robert Beerscht ein Wegekreuz. Fast ein Drittel der Bewohner ist in der Dorfgemeinschaft.

Schief stand das Wegekreuz "Op de Bleesch" gegenüber dem Kirmesplatz, es drohte umzustürzen. Doch das ließ die Dorfgemeinchaft Hülchrath nicht zu. Zusammen mit Steinmetzmeister Robert Beerscht packten Paul Steins, Hans-Josef Sandkaul und Konrad Hoffmann an, die Katholische Pfarrgemeinde finanzierte das Material. Wie so oft ergriffen die Hülchrather schnell und effektiv die Initiative. Ein Lohn für solches Engagement sind mehrere Medaillen beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft".

Gerade mal rund 720 Einwohner zählt das Dorf am Schloss. Rund 200 – fast ein Drittel – sind Mitglied in der Dorfgemeinschaft. Zusammen wurde schon Etliches ge-stemmt. Woran liegt es, dass so viele mitmachen? "Vielleicht daran, dass wir eine kleine, überschaubare Gemeinschaft sind, in der man etwas bewegen kann", sagt Paul Steins, stellvertretender Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. "In Hülchrath wird grundsätzlich angepackt, wir warten nicht auf andere. Die Stadt befindet sich im Nothaushalt, kann vieles nicht machen", so der 56-Jährige. "Außerdem haben wir in unseren Reihen Leute, die andere begeistern können – den früheren Vorsitzenden Theo Lys und seinen Nachfolger Armin Day etwa, oder Albert Stromann." Paul Steins ist Hülchrather "Ureinwohner". Der Brandschutz-Sachverständige hält immer die Augen offen, um zu sehen, was getan werden muss, wie sich auch aufwendige Projekte realisieren lassen. Beispiele dafür gibt's viele: etwa ein "Pfad der Sinne" am Kindergarten, bei dem viele Bewohner Hand anlegten. Die siebte historische Straßenlaterne wurde aufgestellt. Elf weitere für je 1800 Euro sollen folgen. Stelen mit Hinweisen zu besonderen Stätten wurden errichtet. Am Ortsanfang wurde eine Sichtschneise Richtung Schloss geschaffen. "Natürlich selbst geschnitten, schneiden lassen kann jeder", sagt Steins lächelnd.

Zu den "Aktivposten" im Ort gehört auch Hans-Josef Sandkaul. Der 67 Jahre alte Schlosser im Ruhestand hat bei vielen Projekten mit zugegriffen – auch beim Wegekreuz: "Wir haben das Kreuz abgetragen, das Fundament neu betoniert. Wenn das Wetter gut ist, soll das Wegekreuz gereinigt werden, Robert Beerscht wird es noch verfugen und die Schrift ausmalen", erklärt Sandkaul. Nächste Gelegenheit fürs Engagement ist am 12. März, wenn die Hülchrather zum Dorfputz ausschwärmen. "Zuvor setzen wir um 10 Uhr am Fleckenweiher einen Apfelbaum, ein Geschenk von Edith Auler", so Sandkaul. Wieder wird Hülchrath ein Stück schöner.

(NGZ)