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Grevenbroich: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Grevenbroich : Die Hoffnung stirbt zuletzt

Nach wie vor warten Autofahrer vor den Schranken an der Blumenstraße – und darauf, dass der Bahnübergang beseitigt wird. Nun werden die Planungen für eine Unterführung konkreter, ab 2014 könnten die Bagger anrollen.

Nach wie vor warten Autofahrer vor den Schranken an der Blumenstraße — und darauf, dass der Bahnübergang beseitigt wird. Nun werden die Planungen für eine Unterführung konkreter, ab 2014 könnten die Bagger anrollen.

Orken Geduld ist gefragt: Geduld benötigen Autofahrer, wenn sie vor den Schranken an der Blumenstraße auf die Züge warten, die in den Bahnhof rollen oder von dort etwa nach Neuss starten. Und auf eine Geduldsprobe werden auch Grevenbroicher gestellt, die auf eine Zeit ohne Schranken, auf freie Fahrt hoffen. Vor acht Jahren hieß es, dass die Unterführung 2007 fertig sein könnte, später wurde 2010 als Bautermin genannt.

Nun gibt es einen neuen Zeithorizont: In den Unterlagen für den heute tagenden Bauausschuss wird als Baustart — vorsichtig ausgedrückt — "voraussichtlich" nach "heutigem Sachstand ab 2014" genannt.

Im Rathaus besteht Hoffnung. "Jetzt wird es konkret. Die DB Netz AG hat der DB Projektbau nun einen Auftrag zur Realisierung des Projekts erteilt, und wir haben einen Zeitplan vereinbart", erklärt Technischer Beigeordneter Werner Hoffmann. "Es hat lange gedauert, bis wir bei der Bahn Ansprechpartner und Fachleute gefunden haben. Jetzt blicken wir in die Zukunft", so Hoffmann. Es wäre zudem fraglich gewesen, "ob die Stadt als Nothaushaltskommune in den vergangenen Jahren ihren Eigenanteil von rund 400 000 Euro hätte stemmen können". Außerdem verweist Hoffmann darauf, dass "wir in den vergangenen 20 Jahren zusammen mit der Bahn bereits viele Bahnschranken beseitigen konnten — an der Linden- und der Rheydter Straße sowie auf der Schanze ".

Pläne mit dem Trassenverlauf für die Unterführung an der Blumenstraße — aus sechs Varianten ausgewählt — liegen im Rathaus längst vor. Die etwa 300 Meter lange Neubautrasse schwenkt, wie Verkehrsplaner Bourzo Dehkordi erläutert, von der Von-Goldammer-Straße zunächst nach Süden und führt dann in einem Bogen auf die Blumenstraße. "Diese Lösung hat den großen Vorteil, dass auf der Blumenstraße keine Rampe wie Auf der Schanze erforderlich ist, die Straße weitgehend wie heute erhalten bleibt", sagt Hoffmann. Zudem verhindere der Kurvenverlauf, "dass die Straße zur Rennstrecke wird". Neben der 6,5 Meter breiten Fahrbahn wird ein Rad- und Fußweg angelegt.

Über den Terminplan der DB werden jetzt die Politiker informiert. Nach der Vorplanung bis Anfang 2010 wird das Planungskonzept erstellt, hat das Eisenbahn-Bundesamt das Wort. Für Ende 2011 rechnet die DB mit der erforderlichen Vereinbarung nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz. 2012 sollen die Anträge bei Bund und Bezirksregierung gestellt werden, geht es um die Finanzierung des nach heutigem Stand 3,5 Millionen Euro teuren Vorhabens. Bahn, Bund und Stadt teilen sich die Kosten zu je einem Drittel, Grevenbroich kann für seinen Anteil aber erhebliche Zuschüsse beantragen.

Steht die Finanzierung, könnten ab 2014 die Bagger anrollen, zumindest so lange muss der Geduldsfaden der Autofahrer noch halten.

(RP)