Die Grünen machen konkrete Vorschläge zum Strukturwandel in Grevenbroich.

Strukturwandel in Grevenbroich: Cargo-Magnetbahn für das Revier

Die grüne Kreistagsfraktion stellt einen umfassenden Strukturwandel-Antrag vor.

„Strukturwandel regional gestalten“, ist der Titel eines umfassenden Antrags, den die Grünen in die nächste Sitzung des Kreistages einbringen werden. Dabei verzichtet die Fraktion unter Leitung von Erhard Demmer auf politische Frontal-Angriffe. Vielmehr hebt sie etwa das vom Kreis initiierte Projekt „Campus Changeneering“ – mit dem die industriellen Kompetenzen in den Bereichen Metall, Chemie und Gesundheit gestärkt werden sollen – als positiv hervor.

Gleichwohl präsentieren die Grünen ein ganzes Bündel an eigenen Vorschlägen. Große Bedeutung schreibt der grüne Antrag etwa einer stärkeren Kooperation mit regionalen Hochschulen zu. Neben der Ansiedlung von Forschungsinstituten in den Bereichen „Erneuerbare Energien“ und „Rohstoffrecycling“ könnten die Berufskollegs so zu „exzellenten Qualifizierungs- und Umschulungs-Einrichtungen werden“, sagt der Kreistagsabgeordnete Hans-Christian Markert.

Ausdrücklich bekennen sich die Grünen in ihrem Antrag auch zur Chemie- und Aluminium-Industrie. Beiden industriellen Kernen des Rhein-Kreises müsse eine nachhaltige Entwicklungsperspektive geboten werden. Der künftige Energiebedarf soll etwa durch die Ansiedlung von Speicher-Technologien und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Nach grüner Lesart könne der Strukturwandel zugunsten von Industrie, Handwerk und Mittelstand nur mit einem schnellen Breitband und einer raschen Abdeckung mit dem neuen Mobilfunk-Standard 5G gelingen. Die Grünen wollen zudem Ansätze der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR) aufgreifen und am Kraftwerks-Standort Frimmersdorf ein Forschungszentrum und eine regionale Produktionsstätte für Recycling-Baustoffe ermöglichen. „Durch verstärktes Recycling wird aktiver Klimaschutz betrieben“, sagt Hans-Christian Markert. Und: Mit den rückzubauenden Kraftwerken seien künftig ausreichend „Steinbrüche neuerer Art“ vorhanden.

Die gute Verkehrsinfrastruktur des Reviers wollen die Grünen für die Stärkung des Personenverkehrs nutzen, gleichzeitig soll es aber auch zu Innovationen beim Güterverkehr kommen. Hier wartet die Kreistagsfraktion mit der Idee der Produktion eines „Cargo-Rapids“ auf.

Ein Magnetfeld gebundenes, möglicherweise autonomes Verkehrsmittel könnte kleinere Container transportieren und so verstopfte Straßen und klassische Schienenwege entlasten, meint Markert. Ein „Cargo Rapid“ könne aber auch zu einem Bindeglied für die regionalen Häfen und Flughäfen werden. Gerade solche Innovationen brauche es, um sich gegenüber anderen Regionen des Strukturwandels zu behaupten, betont Fraktionsvorsitzender Erhard Demmer.

In ihrem Antrag fordert die Kreistagsfraktion auch strukturelle Veränderungen ein. Erneut wird eine Zukunfts-Kommission angeregt, in der Vorschläge regionaler Akteure entwickelt werden könnten. Diesen Vorschlag hatten CDU und FDP bereits im September abgelehnt. Nun bringen die Grünen außerdem eine Bündelungsstelle „Strukturförderung“ in der Verwaltungsspitze ins Gespräch. „So soll dem bestimmenden Thema der nächsten Jahre Gewicht verliehen und verstärkt Fördermittel über diese Stelle in den Kreis geholt werden“, sagt Hans-Christian Markert.

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