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Grevenbroich: Die Chefin im Hunde-Hotel

Grevenbroich : Die Chefin im Hunde-Hotel

Birgit Garrelts (45) hat sich einen Traum erfüllt: In der ehemaligen Nato-Kaserne am Rande von Kapellen eröffnete sie jetzt das "Wuffotel", eine Hunde-Pension und -Tagesstätte. Ein Leben ohne Hund kann sie sich nicht vorstellen.

Die Hotelzimmer sind bereit für die nächsten Gäste, auch das große Freigelände ist fertig. Birgit Garrelts steht in ihrem neuen "Reich" und sagt: "Ich habe mir einen Traum erfüllt." Die 45-Jährige betreibt in Kapellen eine besondere Pension und Tagesstätte — im "Wuffotel" sind Hunde die Gäste.

Hunde haben für Birgit Garrelts besondere Bedeutung. "Ich kann mir ein Leben ohne Hund nicht vorstellen", sagt sie. Schon als Kind sei sie auf einem Reiterhof mit Hunden aufgewachsen. Heute ist Garrelts, von Beruf Groß- und Außenhandelskauffrau, Vorsitzende des Hundesportvereins Neuss-Norf. Sie trainiert seit Jahren mit Hunden und hat den Übungsleiterschein.

Doch erst mit 35 Jahren ging ihr großer Wunsch in Erfüllung: ein eigener Hund. Sammy, ein Australien Shepherd, lebt zwar nicht mehr, doch dessen Sohn Eddy ist jeden Tag mit im Hunde-Hotel. Die Idee fürs "Wuffotel" hatte Birgit Garrelts, die in Neuss-Selikum wohnt, schon seit längerem. "Ich hatte mich für die damals leer stehende, ehemalige Nato-Kaserne interessiert, doch sie war mir eine Nummer zu groß." Stattdessen kaufte Schäfer Giammaria Mossa das Areal — und die Pension für Vierbeiner zog nun in eines der Kasernengebäude.

Doch erst einmal mussten die Räume mit Handwerkern und Hilfe der Eltern kräftig saniert und umgebaut werden. Die drei Zimmer mit gefliesten Böden sind mit Sesseln am Fenster möbliert. "Von dort sehen unsere Gäste Schafen und anderen Tieren draußen zu", sagt Garrelts. Vor dem Haus bieten zwei große Ausläufe viel Platz für Spiel und Bewegung. "Zu uns bringen Menschen ihre Tiere, wenn sie in Urlaub fahren oder ins Krankenhaus müssen — oder nur für einen Tag ihren Hund woanders unterbringen müssen", erzählt die Mutter einer 16 Jahre alten Tochter. Den ganzen Tag sei jemand auf dem Areal.

Haben die Hunde Heimweh? "Hunde sind sehr anpassungsfähig. Nach einem Tag haben sie sich hier akklimatisiert, schließlich finden sie hier Spielgefährten", so die Pensions-Chefin. Morgens können sich laut Garrelts die Gäste etwa zwei Stunden auf dem Außengelände austoben. Danach gibt's Futter — das die Besitzer mitbringen — und eine Pause. Nachmittags spielt sie wieder mit den Tieren. "Jake etwa ist ein Ball-Junkie, jagt gern geworfenen Bällen hinterher." Und eine Retriever-Hündin "planscht gern im Becken", weiß Garrelts über ihre bisherigen Gäste. Abends wird gebürstet und auch geschmust.

Birgit Garrelts hat bereits Pläne für Erweiterungen, der Kasernen-Bau bietet reichlich Platz. "Wir hatten bereits Anfragen, ob wir auch Katzen und Hasen aufnehmen."

(NGZ/rl)