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Vögel in winzigem Verschlag: Die bange Zeit des Wartens

Vögel in winzigem Verschlag : Die bange Zeit des Wartens

In der Auffangstation für Wildtiere am Schneckenhaus kämpft Umweltbeauftragter Norbert Wolf zurzeit um das Leben zweier Mäusebussarde. Sie wurden mit erheblichen Verletzungen aus einem Verschlag in Büderich befreit.

Grevenbroich Norbert Wolf und seinen Mitarbeitern von der Auffangstation für Wildtiere am Schneckenhaus bot sich ein Bild des Grauens, als sie vom Kreisveterinäramt nach Meerbusch-Büderich gerufen wurden.

Neben blutigen Verletzungen wurden auch Gefiederschäden festgestellt.

In einem winzigen Verschlag - der mit Hühnerkeulen-Knochen und Kot übersät war - vegetierten zwei völlig zerrupfte Mäusebussarde vor sich hin. Beide wiesen erhebliche Verletzungen auf - Verletzungen, von denen noch niemand weiß, ob sich die Vögel davon überhaupt noch einmal vollständig erholen. "Vielleicht müssen wir einen der Greifvögel sogar einschläfern lassen", sagt Umweltbeauftragter Wolf.

Zwei Mäusebussarde, die in einem Verschlag in Meerbusch gefunden wurden, sind Patienten am Schneckenhaus. Nun heißt es warten, wieweit die Tiere sich erholen.

"Beide haben erhebliche Verletzungen", erklärt Wolf. So habe der eine Bussard eine starke Schwellung am Bein, vermutlich verursacht durch eine ausgerissene Kralle. "Zudem seien sämtliche Schwanzfedern ausgebrochen."

Noch schlimmer stellt sich die Situation beim zweiten Greif dar: "Er hat blutige Verletzungen im Gelenkbereich der Schulter, im Bereich der Schwungfedern, die bis tief ins Gewebe reichen, und an beiden Flügeln - vermutlich durch das ständige Schlagen gegen den Draht und die Sitzgelegenheiten des Verschlages", mutmaßt der Umweltbeauftragte.

Am schlimmsten stellen sich dabei die Gefiederschäden dar, denn sollten die Federn nicht mehr nachwachsen, bedeutet das für das Tier das Todesurteil. Somit beginnt nun die bange Zeit des Wartens: "In etwa drei Monaten wissen wir mehr, denn dann dürften die Vögel ihre Mauser hinter sich haben", so Wolf.

Und auch für die Justiz dürfte der Fall noch nicht abgeschlossen sein: "Da der Tatverdächtige keine Angaben macht, geht der Fall nun an die Staatsanwaltschaft", erklärt Polizeisprecher Hans-Willi Arnold.

Lesen Sie mehr am Montag, 16. Februar, in Ihrer Neuß-Grevenbroicher Zeitung.

(NGZ)