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Grevenbroich: Deutschlands sparsamste VHS

Grevenbroich : Deutschlands sparsamste VHS

Die Volkshochschule in Grevenbroich arbeitet so sparsam wie keine andere: Möglich ist dies durch "schlanke Verwaltung", Kooperationen mit anderen VHSen und Vereinen sowie den Umzug in ein Bildungszentrum.

Die sparsamste Volkshochschule (VHS) arbeitet in Grevenbroich — und das "bei hoher Qualität", betont Erster Beigeordneter Michael Heesch. Warum die Bildungsstätte im kommunalen Vergleich die Spitzenposition einnimmt, dafür gibt es mehrere Gründe: eine schlanke Personalstruktur, die enge Kooperation mit der Jugendkunstschule (Juks) im Bildungszentrum an der Bergheimer Straße sowie Synergien mit benachbarten Volkshochschulen.

260 Kurse im neuen Herbstsemester, davon hundert neue Angebote, und rund 150 Dozenten — das gehört erkennbar zur Volkshochschule. Weniger bekannt ist das pädagogische Team und die Verwaltung, die dessen Vorstellungen umsetzt. Auf Euro und Cent wird in der Nothaushaltskommune bei den Personalkosten geachtet. "Die VHS ist für die Stadt Pflichtaufgabe. Aber es gibt Gestaltungsspielraum — und den nutzen wir", betont Michael Heesch. So erfolge die Geschäftsführung in Grevenbroich über eine 14-Stunden-Stelle — eine Ausnahme: "Andere Kommunen sind da großzügiger."

Unverzichtbar: die Kooperation mit anderen Volkshochschulen und Vereinen. "Manche Angebote rechnen sich für uns alleine nicht", sagt Monika Born-Möbius, stellvertretende Leiterin der Volkshochschule. So wird mit der VHS Mönchengladbach in den Herbstferien das Seminar "Ziel- und Entscheidungsfindung auf einem Kajütkreuzer" angeboten, so wird mit der VHS Neuss eine Fahrt zur "Documenta" geplant. Auch Fortbildungsveranstaltungen für die Dozenten finden gemeinsam statt.

Synergie-Effekte entstehen nicht nur bei Mitarbeitern mit zwei Aufgabenbereichen (etwa VHS und Juks), sondern auch durch die Nutzung eines Gebäudes, des Bildungszentrums an der Bergheimer Straße 42: "Das Bildungszentrum ist den ganzen Tag über ausgelastet: Am Morgen durch die VHS, am Nachmittag bis zum frühen Abend durch die Juks, danach wieder durch die VHS", erläutert Born-Möbius. — "Das ist für uns ein großer Vorteil. Bereits seit Beginn meiner Tätigkeit setzte ich mich dafür ein, alle Kurse nicht mehr zerstreut in unterschiedlichen Schulen anzubieten, sondern größtenteils in einem Gebäude — das ist jetzt gelungen", sagt Michael Heesch.

Was geschieht im Waagehaus?

Eine Konsequenz, die Möglichkeiten eröffnet: Das Waagehaus auf der Stadtparkinsel könnte in Zukunft anders genutzt werden. "Wie, das muss die Politik entscheiden", betont der Erste Beigeordnete.

Was die Zukunft der VHS sichert: "Immer wieder neue Angebote ausprobieren, auf Trends und gesellschaftliche Veränderungen reagieren", meint Monika Born-Möbius. Selbstläufer seien Gesundheitsangebote wie Yoga oder Chi-Gong.

(NGZ)