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Grevenbroich: Deutschlands größtes Salzlager

Grevenbroich : Deutschlands größtes Salzlager

Grevenbroich wird Standort der nationalen Streusalzreserve: In einer Lagerhalle im Industriegebiet Ost werden bis Mitte Dezember 28 000 Tonnen, mehr als ein Viertel des gesamten Vorrats, eingelagert und bei Engpässen verteilt.

"Bundeshauptstadt der Energie" ist Grevenbroich bereits, jetzt wird die Stadt auch Standort der länderübergreifenden Streusalz-Notreserve. Ein riesiges Salzlager in einer großen, angemieteten Lagerhalle an der Benzstraße im Industriegebiet Ost soll dazu beitragen, dass Streufahrzeugen auf den Autobahnen in ganz Deutschland nicht das Streugut ausgeht — im vergangenen harten Winter war Salz knapp geworden. "Um Engpässe zu vermeiden, richten wir eine Notreserve ein. Darauf können alle Länder in Deutschland zurückgreifen", erklärt Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.

Die Einlagerung der 100 000 Tonnen übernehmen Nordrhein-Westfalen (60 000 Tonnen) und Sachsen-Anhalt. Vertreter des Landesbetriebs Straßen NRW fuhren durchs Land, "um leer stehende Immobilien zu besichtigen, etwa Flugzeughangars oder Munitionshallen", erklärt Peter Löchter, Sprecher von Straßen NRW. Der Betrieb ist für den Winterdienst auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen zuständig.

In Nordrhein-Westfalen entstehen Lager in Saerbeck im Münsterland, in Grevenbroich und wahrscheinlich in Duisburg. Ein Vorteil des Standorts in Grevenbroich ist die Nähe zur A 540, "die Halle ist gut zu erreichen", sagt Löchter. Zurzeit wird laut Bernhard Meier vom Landesverkehrsministerium die Einlagerung vorbereitet, das Streugut beschafft. Der Bund trägt die Kosten für die erste Füllung.

In den nächsten Wochen rollen die Lastwagen an der Benzstraße an. "Das Salz wird in großen Haufen gelagert und bei Bedarf mit Radladern oder Förderbändern in Lastwagen gefüllt", so Meier.

Bis Mitte Dezember soll das Lager fertig sein. Laut Bundesverkehrsministerium ist die länderübergreifende Reserve "ausschließlich für die Bundesautobahnen für den Fall einer konkreten Notlage infolge unzureichender Streusalzbelieferung" gedacht. "Doch durch diese Reserve entspannt sich in einem harten Winter auch für kommunale Streudienste die Situation bei der Beschaffung des Streuguts", sagt Meier.

Zusätzlich zum nationalen Vorrat legt der Landesbetrieb eine Reserve von 40 000 Tonnen für den Landes- und kommunalen Bedarf an. In den vergangenen strengen Wintern hatte Straßen NRW 270 000 Tonnen (2009/10) und 226 000 Tonnen (2010/11) benötigt. Zum Vergleich: Im milden Winter 2006/2007 waren es nicht einmal 50 000 Tonnen.

(NGZ)