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Grevenbroich: Der Züchter der Riesentomaten

Grevenbroich : Der Züchter der Riesentomaten

In seinem Gewächshaus zieht Peter Berdar seit 20 Jahren Tomatenpflanzen heran – am liebsten Sorten mit großen, süßen Früchten. In diesem Jahr hat er daher Samen aus Gran Canaria eingepflanzt, und die Ernte war reichlich.

In seinem Gewächshaus zieht Peter Berdar seit 20 Jahren Tomatenpflanzen heran — am liebsten Sorten mit großen, süßen Früchten. In diesem Jahr hat er daher Samen aus Gran Canaria eingepflanzt, und die Ernte war reichlich.

Früchte so groß wie ein Handball und so schwer wie ein Paket Zucker, die findet man an den Tomatenpflanzen im Gewächshaus von Peter Berdar. Die in Deutschland handelsüblichen Strauch-, Fleisch-, oder Flaschentomaten anzupflanzen, findet der 62 Jahre alte Rentner zu langweilig.

"Ich liebe die richtig großen, fruchtigen und exotischen Sorten", sagt Berdar. Und so besorgt er sich immer wieder Samen von Sorten aus südlicheren Gefilden. "Ich hatte auch mal Samen von sehr großen Tomaten aus Kalifornien. Aber da komme ich leider nicht mehr dran", sagt Berdar. Daher kam seine bisher letzte Samenlieferung zwar auch mit dem Flieger, aber nur von Gran Canaria. "Dass die Sorte auch große Früchte hervorbringt, wusste ich, aber dass sie so groß werden ...", staunt der Hobbygärtner selbst über die reichliche Ernte, und legt eines seiner Prachtstücke auf die Küchenwaage: 1050 Gramm.

Kiloweise Tomaten geerntet

Und das sei nicht das einzige Exemplar in dieser Größenordnung: 50 bis 70 Kilo hätten sie bereits von den 26 Pflanzen geerntet. "Ganz genau kann ich das aber gar nicht sagen, denn während wir im Urlaub waren, haben unsere Tochter und unsere Nachbarin die reifen Tomaten gepflückt", berichtet der gelernte Schweißer.

Reif heiße bei ihm: tiefrot und fleischig. "Erst dann sind Tomaten schön süßlich und haben ein richtig kräftiges Tomatenaroma", schwärmt Berdar. Der Geschmack sei dann gar nicht mehr mit dem von Supermarkttomaten zu vergleichen. Die Tomaten lange genug reifen zu lassen, sei aber nicht sein einziges Geheimnis: "Die meisten Leute denken, Tomaten bräuchten ständig Wasser. Wenn schon Tomaten am Strauch sind, dann gieße ich sie aber nur ein Mal pro Woche", erklärt der Rentner. Bekämen sie zu viel Wasser, würde das Tomatenaroma verloren gehen, weiß Berdar.

Eigene Samen gezogen

Sein Wissen bezieht er aus 20 Jahren Zuchterfahrung. Denn so lange baut er bereits in seinem 20 Quadratmeter großen Gewächshaus Tomaten an. "Tomaten machen viel weniger Arbeit als zum Beispiel Kartoffeln", sagt Berdar. Lediglich die Nebentriebe müsse er immer wieder herausschneiden — "damit sie keine Energie verbrauchen, die die Früchte zum Reifen benötigen", sagt er.

Mehr Arbeit macht da schon die Anzucht neuer Pflanzen. Denn damit ihm der Samen nicht wie bei der kalifornischen Sorte ausgehe, habe er jetzt selbst Samen von den Tomaten gebeizt und dann getrocknet.

(NGZ/rl)