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Grevenbroich: Der Taxifahrer und die Werwölfe aus Hülchrath

Grevenbroich : Der Taxifahrer und die Werwölfe aus Hülchrath

Lothar Birkner aus Elsen veröffentlicht seinen dritten Krimi. Taxifahrer "Bruno" ermittelt wieder und erfährt von der Vergangenheit des Vaters.

"Bruno" ist wieder da, der Grevenbroicher Taxifahrer und seine Kollegen ermitteln nach einem Mord im Bahnhofsviertel. Dann erfährt "Bruno" auch noch, dass sein Vater im März 1945 mit einer Werwolf-Gruppe an der Ermordung des Aachener Oberbürgermeisters Franz Oppenhoff beteiligt war. Viel Spannung verspricht der neue Kriminalroman von Lothar Birkner. Der 68 Jahre alte Elsener fährt selbst seit zwölf Jahren Taxi.

Um Terroristen, Geheimdienste und Entführungen ging es in den ersten Bänden der Trilogie um Taxifahrer "Bruno", etwas jünger als Autor Lothar Birkner. Der Debut-Roman "Gott aber schweigt" - bis jetzt 3000 Mal verkauft - ist jetzt unter dem Titel "Whoever kills the Innocent" auf dem amerikanischen Markt erschienen. "Ich habe festgestellt, dass unter meinen 63.000 Followern etwa 65 Prozent englischsprachig sind", erzählt er. Den Anstoß, sein Buch in englisch zu veröffentlichen, habe er per Twitter vom bekannten Regisseur und Produzenten Oliver Stone erhalten - Birkner setzte die Idee um.

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Neues vom verheirateten Elsener gibt es auch auf Deutsch: "Und die da reden von Vergessen" heißt das dritte Werk der Trilogie mit zwei Zeitebenen. Taxifahrer "Bruno" weiß kaum etwas von der Vergangenheit seines Vaters, bis der 1930 Geborene ihm im Altenheim von der Werwolf-Gruppe erzählt, in der er als etwa 15 Jahre alter Hitlerjunge dabei war. "Die SS bildete in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs auf Schloss Hülchrath Werwolf-Gruppen aus, die hinter den feindlichen Linien Anschläge verüben sollten. Nach der Ausbildung in Hülchrath springt das sechsköpfige Spezialkommando beim Unternehmen "Karneval" aus einem Flugzeug über Belgien ab und erreicht Aachen. Birkner hält sich, wie er erzählt, an die historischen Ereignisse: Am Palmsonntag wird Oppenhoff vor seinem Haus erschossen. Die gefangenen und verurteilten Werwölfe kommen später wieder frei, der Anführer aber blieb verschwunden. Bruno erfährt auch, dass es seinen Vater stark belastet, dass dieser bei der Aktion einen jungen niederländischen Grenzsoldaten getötet hat. Vor Jahren hatte Lothar Birkner über das Attentat gelesen, fand ihn als Stoff für ein Buch interessant. Seine Hintergrundinformationen bezog Birkner, wie er erklärt, aus Büchern, Dokumenten und von Zeitzeugen aus Hülchrath.

Doch Brunos Aufmerksamkeit wird auch auf einen aktuellen Vorfall in der Schlossstadt gelenkt. In einem Kiosk nahe des Bahnhofs wird ein türkischer Ladenbesitzer ermordet. Bruno und seine Kollegen stellen Ermittlungen an und stoßen auf einen rechtsextremen Hintergrund - eine Terrorgruppe. Zu viel verraten will Birkner noch nicht, nur so viel: Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Werwolf-Unternehmen und dem Mord in Grevenbroich rund 70 Jahre später.

In etwa zwei Wochen soll der Thriller auf den Markt kommen, Birkner veröffentlicht im Eigenverlag. Mit dem Buch ist die Trilogie abgeschlossen, weitere Abenteuer mit "Bruno" plant Birkner nicht. Doch er hat bereits Ideen für weitere Bücher. Und er fährt weiter an drei Tagen in der Woche Taxi. "Ich erhalte dabei indirekt manche Anregung für meine Bücher."

(NGZ)