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Grevenbroich: Der Strom wird teurer

Grevenbroich : Der Strom wird teurer

Für etwa 23.500 Grevenbroicher wird der Strom ab Januar teurer: Das Gas- und Wasserwerk kündigte am Donnerstag eine Preiserhöhung um 5,7 Prozent an. Der Durchschnitts-Haushalt muss jährlich rund 70 Euro mehr bezahlen.

Seit Anfang des Jahres ist das Gas- und Wasserwerk (GWG) auch für die Stromversorgung in der Stadt zuständig. Dienstleistungspartner des Grevenbroicher Traditionsunternehmens ist die NEW Energie aus Mönchengladbach — und deren Geschäftsführer Wolfgang Hüppe hatte Donnerstag keine gute Nachrichten zu verkünden: Der Strompreis wird zum 1. Januar 2011 nach oben klettern.

Hintergrund: Zum Jahresbeginn steigen die staatlichen Belastungen aus dem "Erneuerbaren Energie-Gesetz" (EEG) um mehr als 70 Prozent — diese Kosten werden die Versorger an ihre Kunden weitergeben. "Rechnerisch würde dies eine Erhöhung um 1,76 Cent je Kilowattstunde Strom bedeuten", erklärt Hüppe. Sein Unternehmen habe an der Börse jedoch Energie günstig erwerben können, so dass der Arbeitspreis für NEW-Strom lediglich um 1,27 Cent steige.

"Er beträgt ab dem Januar 21,40 Cent je Kilowattstunde", so Wolfgang Hüppe. Die Folge: Ein Durchschnitts-Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden müsse jährlich mit einer Mehrbelastung von etwa 70 Euro rechnen — das entspricht einer Erhöhung um 8,1 Prozent.

Als Alternative bietet das Unternehmen seinen Kunden ab Januar ein neues Produkt mit dem Titel "NEWstrom-fest" an. "Hierbei garantieren wir einen Arbeitspreis von 21,19 Euro bei einer Laufzeit von 24 Monaten", erläutert Hüppe. Wer sich für diesen Vertrag entscheide, könne die jährliche Mehrbelastung auf rund 50 Euro im Jahr abfedern. Innerhalb der zwei Jahre werde der Preis nicht angepasst — ausgenommen seien Änderungen von Steuern, gesetzlichen Umlagen und Abgaben. "Darauf haben wir keinen Einfluss", betonte Hüppe.

Wie GWG-Geschäftsführer Willi Peitz erklärte, sind etwa 23 500 Kunden im Versorgungsgebiet des Gas- und Wasserwerks von der Strompreiserhöhung betroffen. Das nördliche Stadtgebiet werde von RWE mit Energie beliefert, zurzeit stehe noch nicht fest, wie der Konzern seine Preiserhöhungen gestalten werden.

"Wir beginnen sehr früh damit, unsere Kunden zu informieren", betonte Wolfgang Hüppe. Er riet davon ab, schon jetzt die Strompreis-Vergleichstabellen zu studieren, um den günstigsten Anbieter herauszusuchen. "Das lohnt sich kaum, da viele Versorger die neuen EEG-Aufschläge noch nicht eingerechnet haben", meinte der Geschäftsführer: "Vermutlich wird erst im März ein vernünftiger Preisvergleich möglich sein."

Hüppe beklagte, dass sich der Strompreis mittlerweile zu 48 Prozent aus gesetzlichen Belastungen zusammensetze: "Damit nähern wir uns allmählich dem Zustand an den Tankstellen."

(NGZ)