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Grevenbroich: Der schnelle Kinderprinz

Grevenbroich : Der schnelle Kinderprinz

Vincent Kremer aus Gustorf ist ein ganz flotter: Der Kinderprinz des "Närrischen Sprötz-Trupps" düst in seinem Kart mit Tempo 120 über die Piste. In dieser Saison startet er erstmals zu einem internationalen Rennen.

Vincent Kremer (10), Fahrer im "KSG Racing Bulldog Team", startet in dieser Saison ausnahmsweise einmal nicht auf der Rennstrecke durch, sondern auf den Bühnen des Karnevals im Rhein-Kreis-Neuss. Dabei war das Einzige, was die Familie Kremer mit dem Karneval verbindet, der Geburtstag von Vater Lutz Höschler-Kremer: "Ich wurde vor 46 Jahren an Altweiber in Köln geboren", sagt der Gustorfer und lacht. Jetzt regiert sein Sohn Vincent nicht nur auf der Kartbahn, sondern auch beim heimischen "Fastelovend".

"Wir mögen Karneval, sind aber in keinem Verein Mitglied", sagt Petra Kremer (43). Dennoch gehen sie regelmäßig ins Gustorfer Festzelt und schunkeln kräftig mit, wenn dort gefeiert wird. Vor zwei Jahren hatte Horst Fienitz, der beim "Närrischen Sprötz-Trupp" den Kinderkarneval betreut, das nächste kleine Prinzenpaar gesucht. "Ich habe meine Eltern gefragt, ob ich das nicht auch einmal machen kann", sagt die kleine Majestät.

Ausgestattet mit rot-weißer Robe, Orden, Zepter und einer Narrenkappe mit einer langen Feder feiert er jetzt die fünfte Jahreszeit. Zehn Minuten braucht der Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Erft, um vom normalen Jungen zum Prinzen zu werden – und hat es damit besser als seine Prinzessin Celina Osterholz (9), die zwei Stunden lang angezogen, frisiert und geschminkt wird. "Ich mag mein Kostüm, ich finde auch, dass es cool aussieht. Aber die Strumpfhose stört", sagt Vincent Kremer mit genervtem Blick.

Das große Hobby des kleinen Narren ist jedoch das Kartfahren. Im Alter von sechs Jahren hat er angefangen, auf den kleinen Flitzern zu trainieren. Seit zwei Jahren fährt er regionale Rennen, in dieser Saison startet er erstmals international in Frankreich. "Im nächsten Jahr werde ich an den deutschen Kartmeisterschaften teilnehmen", sagt er stolz.

So düst der Prinz mit 90 bis zu 120 Stundenkilometer über die Piste, lässt viele andere Fahrer seinen Staub schlucken. Das Kartfahren kommt allerdings in diesen Tagen etwas zu kurz, denn als karnevalistische Majestät gibt es viel zu tun: "Wir besuchen andere Karnevalsvereine, Schulen, Kindergärten oder Altenheime." Mit seinen beiden Geschwistern Luzia (6) und Tizian (3) teilt er in jedem Fall die Leidenschaft für schnelle Karts. "Vielleicht werden sie auch einmal Kinderprinz oder –prinzessin", sagt Petra Kremer.

(NGZ)