Grevenbroich: Der Reiseleiter für Pilger

Grevenbroich: Der Reiseleiter für Pilger

Als Student reiste er drei Monate nach Indien – mit Bussen und Lastwagen. Seit seiner ersten Pilgerreise folgt Udo Huett immer wieder dem "Wunsch, aufzubrechen". Heute organisiert der 55-Jährige spezielle Reisen für Pilgernde.

Pilger – das sind seit vielen Jahrhunderten Menschen, die aus dem Schutz und der Bequemlichkeit ihres alltäglichen Lebens aufbrechen, um in der Fremde nach Gott zu suchen. "Während des Pilgerns kann sich der Mensch selbst ganz im Prozess des Gehens verlieren und so offen für das Wirken Gottes zu werden", erklärt Udo Huett (55). Er ist selbst begeisterter Pilger – und hat die Liebe zum Pilgern zu seinem Beruf gemacht.

Seit 2000 organisiert der Selbständige über seinen Pilgerdienst "ADDEUM" Studien- und Pilgerreisen; sie führen etwa nach Indien, Burma oder ganz klassisch über den Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Der Jakobsweg stellt ein in traditionelles Ziel für Pilger aus der ganzen Welt dar. Udo Huett bietet jedoch eine Tour der besonderen Art: "Wir werden 22 Tage unterwegs sein und dabei unter anderem Teilstrecken auf allen vier großen Jakobsrouten in Frankreich bewandern. Das ist etwas, das deutschlandweit kein anderer Veranstalter bietet." Die Reise werde außerdem von Fachmännern begleitet: "Pfarrer Thomas Eisenmenger wird mit den Teilnehmern Pilgermessen feiern, Kunsthistoriker Christoph Kühn liefert Kunst- und Kulturhistorische Erläuterungen", erläutert Huett.

Die Stadt Conques mit ihrer berühmten Basilika und die Beschreitung des "Camino del Norte" entlang der Atlantikküste sind dabei nur zwei der zahlreichen Highlight. Entgegen der Erwartung spielen körperliche Konditionen für Reisen dieser Art kaum eine Rolle: "Pilgern ist keine Sache der Füße, sondern eine Frage von Herz und Geist.

Für mich ist es die beste Möglichkeit der Meditation, da man viele Aspekte verbinden kann: spirituelle Erfahrungen, den ständigen Lobpreis der Schöpfung durch die Schönheit der Landschaft, einzigartige Kulturzeugnisse und ein starkes Gemeinschaftserlebnis."

Huett, der freie Zeit am liebsten mit seiner Familie verbringt, hat die "Sehnsucht, aufzubrechen" schon früh verspürt. 1974 wagte er sich auf eine ungewöhnliche Reise: "Ich war Student der Indiologie, zwei meiner Professoren rieten mir zu einem Semester in Indien". Huett reiste drei Monate lang über Land nach Indien, nutzte öffentliche Verkehrsmittel oder bat Lkw-Fahrer um eine Mitfahrgelegenheit." Seit seiner ersten Pilgerreise spürt er den Wunsch, "diese Erfahrungen auch anderen Menschen zu vermitteln."

(NGZ)