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Grevenbroich: Der Nachtbus kommt endlich in Fahrt

Grevenbroich : Der Nachtbus kommt endlich in Fahrt

Nach schwerem Start steigt die Fahrgastzahl auf den Nacht-Linien. Die NGZ ist in der Nacht zu Sonntag mitgefahren.

Gute Laune ist am Bahnhof Grevenbroich angesagt: Eine 25-köpfige Gruppe, die nach Brauereitour und Party mit dem Zug aus Köln kommt und weiter nach Neurath fahren möchte, steigt in den Nachtbus ein. Und die Fahrgäste sind froh über das nächtliche Angebot: "Das ist eine tolle Alternative zum teuren Taxi", sagt Volker Roithmaier, der zum Busangebot klare Worte findet: "Der Nachtbus muss bleiben."

Bei der Stadt und bei der DB Rheinlandbus, die den Nachtverkehr betreibt, dürfte solches Lob gern gehört werden. Denn der Start der Linien NE 11 und NE 12 im Januar war zunächst alles andere als erfolgreich: An den ersten Wochenenden nutzten nur wenige Fahrgäste den Bus, später waren es rund 20 auf beiden Linien. "Die Resonanz bleibt hinter den Erwartungen zurück", hieß es noch vor wenigen Monaten von der DB Rheinlandbus.

Dabei war das Angebot für Nachtschwärmer ein großer Wunsch vieler Jugendlicher und junger Erwachsener gewesen, die am Wochenende nach dem Disko-Besuch etwa in Düsseldorf mit Bahn und Bus nach Hause wollen. Jugendrat und Bürgermeisterin Ursula Kwasny hatten sich dafür stark gemacht.

Nun gibt's zur Resonanz endlich positive Meldungen: "In den Sommerferien ist es etwas ruhiger, aber die Fahrgastzahl hat sich vor dem Ferienstart verdoppelt", berichtet Sigrun Richter, Sprecherin für den Rheinlandbus. "Durchschnittlich fahren 30 bis 40 Fahrgäste auf den beiden Linien. Wenn die Zahlen auf diesem Niveau bleiben, sind wir zufrieden", so Richter. Nach den ersten Monaten hatte das Verkehrsunternehmen eine Werbekampagne mit Plakaten und Flyern gestartet: "Das hat Wirkung gezeigt." Doch bis sich ein Angebot etabliert hat, könnten zwei Jahre vergehen.

Zuversichtlich blicken auch die Busfahrer Claus Roland und Muhamet Jashari in die Zukunft. Die Fahrgastzahlen steigen stetig an, erzählen die Busfahrer, die die Linien am 12. Januar eingeweiht hatten und seit dem Woche für Woche ab dem Bahnhof Kapellen um 23.18, 0.18 und 1.18 Uhr ihre Touren parallel fahren. Doch nicht nur Jugendliche nutzen den Nachtbus, auch andere Altersgruppen sowie Berufspendler sind darin vertreten.

Während irgendwo zwischen Neurath und Allrath bereits ein neuer Tag anbricht, ist der Nachtbus zumindest auf einer Tour gut gefüllt. "Wenn ganze Gruppen einsteigen, wird es voll", sagt Busfahrer Claus Roland, der die Strecke so gut kennt, wie seine Westentasche. Doch wo steigen die meisten Leute ein? "Eindeutig an den Bahnhöfen und in der Innenstadt", berichtet Muhamet Jashari, der in dieser Nacht auf seinen Touren immerhin 15 Fahrgäste in Grevenbroich ans Ziel gebracht hat.

Ganz spezielle Gäste sitzen währenddessen bei Claus Roland im Bus: Marcel Kolbe (22) und Noandreb Todd (19) aus Grevenbroich, die zu den Stamm-Fahrgästen gehören und mitfahren, weil sie sich für das Busfahren begeistern. Sie sind auch mit den Fahrern per Du und hoffen vor allem auf eins: auf die Zukunft "ihres" Nachtbusses.

(NGZ)