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Der Künstler Patrick Schmitz gestaltet einen Stromkasten am Grevenbroicher Museum

Villa Erckens in Grevenbroich : Stromkasten als Leinwand und Wegweiser

Einen schöneren Verteiler macht der Grevenbroicher Patrick Schmitz aus dem Stromkasten am Museum.

Im besten Fall sind Stromkästen im öffentlichen Raum unauffällig, oft sind sie aber hässlich, weil verschmiert, oder heruntergekommen und verbreiten Tristesse. So wie der vormals aschgraue, stark vermooste Verteiler an der Villa Erckens. Auf Initiative des Fördervereins verwandelt er sich zum Hingucker, wie Kulturamtschef Stefan Pelzer-Florack berichtet.

Patrick Schmitz, vielen durch seine Pflasermalereien in 3D-Optik oder Ausgestaltung in Kneipen mit historischen Motiven ein Begriff, ist derzeit mit Pinsel und Farbe aktiv. „Hätte mir das Wetter nicht mehrfach einen Strich durch die Rechnung gemacht, wäre ich längst fertig“, beschreibt er den Stand der Dinge. Signalgelb wird der Stromkasten künftig strahlen, das Museums-Logo darstellen und gleichzeitig so etwas wie ein Wegweiser zur Villa Erckens sein, erläutert der Grevenbroicher die Ausgestaltung. „Den Entwurf habe ich nicht alleine gestaltet, den hat Bertold Hengstermann entwickelt.“ Letzterer ist Sohn des berühmten Malers Willi Hengstermann und Mitglied im Vorstand des Kunstvereins. Mit einem selbst konstruierter Raster aus Nähfäden und Panzertape hat Patrick Schmitz nun begonnen, das Motiv „genau und überaus akkurat“ zu übertragen. „Wenn da etwas bloß einen Millimeter verrutscht, sieht das Ergebnis schief aus“. Bevor überhaupt daran zu denken war, die eigentliche künstlerische Arbeit vorzunehmen, mussten „erstmal die Besitzerverhältnisse geklärt werden“, wie Martina Flick, Vorsitzende des Museums-Födervereins ausführt. Nicht Telekom oder GWG, sondern die Stadt selbst ist zuständig, „das klärten wir durch das beherzte Eingreifen Michael Heeschs“, erinnert sich Martina Flick. „Es handelt sich um den Elektrokasten, der die Ampeln an der Kreuzung versorgt.“ Dass nicht „das vornehme Gelb des Museums, sondern etwas mit Signalwirkung“ ausgewählt wurde, ist beabsichtigt, klärt die Vorsitzende auf. Der erste Schritt war „quasi die Moosschicht abzutragen, das war eine ordentliche Schrubberei“, sagt Patrick Schmitz, es erfolgte die Grundierung, ehe aus dem Kasten ein Wegweiser wurde. „Wir wollen weiter Werbung für unser Museum machen“, beschreibt Martina Flick das Engagement des Fördervereins. Die Umgestaltung weiterer Stromkästen könnte dabei zukünftig auch eine Rolle spielen.