Grevenbroich: Der große Leerstand droht

Grevenbroich : Der große Leerstand droht

Immer mehr Geschäfte in der City schließen, gleichzeitig sinkt die Zahl der Interessenten kontinuierlich. Die Wirtschaftsförderung betrachtet die Entwicklung mit Sorge, will mit einem Leerstandskataster handeln.

Im Sommer schien noch die Sonne über dem Einzelhandelsstandort Grevenbroich: Fast Vollvermietung konnten Wirtschaftsförderung und Werbering vermelden. Doch jetzt ziehen dunkle Wolken auf. Zahlreiche Ladenlokale in der Innenstadt stehen bereits leer (die NGZ berichtete) — und weitere werden in diesem und im kommenden Jahr folgen.

Eine Entwicklung, die Wirtschaftsförderer Ulrich Held mit großer Sorge beobachtet: "Dieses Jahr könnte ein Wendepunkt für Grevenbroich werden." Held weiß: "Die Konkurrenz wächst, etwa mit den ,Mönchengladbach-Arcaden' oder dem ,Rheinkpark-Center' in Neuss. Zudem gibt es weniger Nachfragen von Interessenten."

Grundlage für den Grevenbroicher Einzelhandel in der Innenstadt ist das Einzelhandelsstandort-Gutachten. In der "Grevenbroicher Liste" sind Sortimente aufgeführt, die in der Innenstadt angeboten werden können. "Wir haben uns damals bewusst dafür entschieden, um der Verödung der Innenstadt vorzubeugen", erläutert Pressesprecher Andreas Sterken. Dass man mit dieser Entscheidung bisher gut gefahren sei, dies würden heute Beispiele wie Oberhausen zeigen. Dort verödet die City, nachdem auf der grünen Wiese die Shoppingmall "CentrO" entstanden ist.

Gespräche werden geführt

Dass die Wirtschaftsförderung — wie bereits mehrfach kritisiert — nicht flexibel genug sei, weist Held zurück. Mit Blick auf die Metzgerei Esser, die Grevenbroich verlassen wird, sagt er: "Wir können nur helfen, wenn wir auch die Möglichkeit haben." Auch für die Spiel- und Freizeithalle habe man in der Innenstadt Alternativen gesucht, etwa in der Coens-Galerie. Doch der vom Pächter gewünschte Standort in der Wierichshalle (Randlage in der City) sei wegen des Einzelhandelsstandortgutachtens unmöglich gewesen. "Letztendlich müssen die Geschäftsleute ihre Standortwahl selbst treffen. Natürlich hätten wir Herrn Siegert gern in Grevenbroich gehalten", sagt Held.

Auch in der Coens-Galerie häufen sich die Leerstände: die frühere Glocken-Bäckerei (jetzt Bäckerei Schneider) hat die Galerie ebenso verlassen wie es die Metzgerei Esser am Samstag tun wird. Als Grund nennt Antje Rebbert, Prokuristin bei Gazit Germany, "unterschiedliche Vorstellungen über die Miethöhe".

Doch die Leerstände sollen so schnell wie möglich gefüllt werden — Gespräche mit verschiedenen Interessenten wurden bereits geführt. Dies gelte auch für die Fläche des früheren Eiscafés: Hier ist ebenfalls Gastronomie geplant.

(NGZ/rl/url)