Der Grevenbroicher Sebastian Müller ist Faschingsprinz in Nürnberg

Fasching statt Karneval : Grevenbroicher ist das närrische Oberhaupt in Nürnberg

Einmal Prinz zu sein – diesen Traum hat sich Sebastian Müller erfüllt. Doch der gebürtige Grevenbroicher ist kein klassischer Karnevalsprinz – er ist Faschingsprinz in Nürnberg.

Jetzt wurden Prinz Sebastian I. und Prinzessin Erika III. (bürgerlich Erika Schuh) als Nürnbergs neues Prinzenpaar vorgestellt. Im Januar werden sie feierlich inthronisiert.

„Es ist anders als in Köln – aber schön“, erklärt das närrische Oberhaupt diplomatisch die Unterschiede zwischen Karneval in Köln und Fasching in Nürnberg. „Fasching hier ist ruhiger, mit einer gemütlichen Stimmung.“ Doch nur weil alles etwas gelassener angegangen werde, hieße das nicht, so der Prinz, dass beim Fasching keine grandiose Stimmung aufkommen werde.

Sebastian Müller ist 2012 der Liebe wegen nach Nürnberg gezogen. Von Beruf ist er Zugführer. Wandern, Reisen und Musik gehören zu seinen Hobbys. Seit fünf Jahren ist er im Spielmannszug Narrenclub Nürnberg, seit drei Jahren Hofmarschall – und jetzt Prinz. Den Karneval in Köln habe der Grevenbroicher immer genossen, oft in seiner Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr miterlebt. In einem Karnevalsverein war er jedoch nie, das ergab sich erst in Bayern. Am Fasching schätze er die „schöne Zeit mit Freunden“ und die „Ausgelassenheit“, gibt Müller an. Doch auch den finanziellen und zeitlichen Anforderungen seines Ehrenamts ist er sich bewusst: „Man muss es mit Überzeugung machen“, weiß der Prinz.

Die kommende Session leitet das Prinzenpaar unter dem Motto „Ein bisschen verrückt ist ganz normal“. Prinz Sebastian I. hat sich vorgenommen Spaß mit allen Narren zu haben, „Blödsinn zu machen“ und „dem tristen Alltag ein Lächeln zu schenken“. Jetzt schon freue er sich auf die vielen Prunksitzung von der jede „ein Highlight“ für ihn werde. Besonders erwarte Müller zudem den traditionellen „Prinzenflug“: Eine Veranstaltung bei der die Prinzenpaare aus ganz Franken gemeinsam in einem Passagierjet Nürnberg und die umliegende Region aus der Vogelperspektive betrachten. Und einer weitere Besonderheit weist der Fasching in Müllers neuer Heimat vor: Der Nürnberger Faschingsumzug gilt als der älteste Umzug der Welt. Erstmal urkundlich erwähnt wurde er 1397. Seither wird er auch jährlich veranstaltet. Etwa 100.000 Narren besuchen den Umzug. Zum Vergleich: Den Kölner Rosenmontagszug sollen 2015 nach Angaben der Veranstalter über eine Million Zuschauer besucht haben.

Trotz seiner großen Verbundenheit zum Nürnberger Fasching, erklärt Sebastian I. heimatliebend und schmunzelnd: Als Ziel für die Session habe er sich mitunter vorgenommen, „den Rheinischen Schwung in den Laden zu bringen“.

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