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Der Grevenbroicher Schüler Christoph Kunstein gewinnt beim Physik-Wettbewerb in Bonn.

Grevenbroicher Schüler gewinnt Wettbewerb : Schwerkraft, die nach vorne zieht

Christoph Kunstein hat beim Physik-Wettbewerb „Exciting Physics“ den ersten Platz abgeräumt. Sein Fahrzeug fährt auf ebener Strecke, indem es sich die Erdanziehung zunutze macht.

Wie baut man ein Fahrzeug, dass ohne Motor auskommen soll? Die Lösung, die Christoph Kunstein fand, überzeugte die Jury des Physik-Wettbewerbs „Exciting Physics“ derart, dass er damit den ersten Platz machte. Der 15-jährige Schüler des Pascal-Gymnasiums nimmt schon seit Jahren immer wieder an solchen Wettbewerben teil. Die Anforderungen sind hoch, Kreativität ist gefragt.

Christoph Kunstein (15), besucht das Pascal-Gymnasium in Grevenbroich. Er hat beim Physik-Wettbewerb "Exciting Physics" den ersten Platz gemacht. Foto: Hans-Dieter Staniek

Der Exciting-Physics-Wettbewerb findet jährlich statt, Schüler der Klassen 5 bis dreizehn können sich in verschiedenen Kategorien bewerben. Die Aufgabe, die Kunstein in diesem Jahr wählte, hieß „Alienrennen“. Gebaut werden sollte eine Geh- oder Fahrmaschine, die eine ebene Strecke von zwei Metern in möglichst exakt zehn Sekunden zurücklegt. Verboten war der Einsatz jeglicher Elektronik, das Gefährt durfte nicht höher als 50 Zentimeter sein und seine Grundfläche nicht größer als ein DinA4-Blatt. Ebenfalls verboten war der Einsatz von ganzen oder teilweisen Bausätzen, auch pyrotechnisch und Wasserstrahl angetriebene Fahrzeuge waren nicht erlaubt.

Kunstein, der in die zehnte Klasse geht, machte sich die Schwerkraft dennoch zu nutze. „Viele der Mitbewerber versuchten es mit Aufziehantrieben mit gespannten Gummis“, erzählt er. Aber deren Fahrzeuge seien viel zu schnell gewesen, hätten die zwei Meter teilweise schon in fünf Sekunden zurückgelegt. „Ich schaffte gleich beim ersten Anlauf eine Zeit von 10,1 Sekunden“, sagt er ohne, dass man ihm übermäßig viel Stolz anmerken kann. Für ihn scheint es das normalste der Welt zu sein. Auf die Frage, ob er denn ab der Oberstufe auch den Physik-Leistungskurs wählen wolle, zuckt er mit den Schultern und sagt: „Mal schauen, ob ich das schaffe. Das wird ja dann schon sehr viel schwerer.“ Schulleiter Manfred Schauf räuspert sich und sagt: „Darüber reden wir aber noch. Ich sehe da keine Probleme, dass du das nicht schaffst“.

Das Fahrzeug, dass Kunstein gebaut hat, sieht ein bisschen aus wie eine Guillotine auf Rädern. Über eine Umlenkrolle ist ein Gewicht etwa 40 Zentimeter über dem Boden mit einer Kordel mit der Hinterachse verbunden. Wenn Kunstein das Gefährt loslässt, wird das Gewicht von der Schwerkraft nach unten gezogen. Die Kordel, an der das Gewicht hängt, wickelt sich daraufhin von der Hinterachse ab und bringt so das Gefährt zum Rollen. „Ich hab das Gewicht schrittweise erhöht, bis ich an die zehn Sekunden herankam“, erklärt Kunstein. Der Jury gefiel diese Lösung so gut, dass sie Kunstein mit dem ersten Platz und dem damit verbundenen Einkaufsgutschein in Höhe von 300 Euro belohnten.

Mit dem Bau des Fahrzeugs war Kunstein anscheinend aber nicht ausgelastet, denn er nahm auch in der Kategorie „Papierbrücke“ am Wettbewerb teil. Dabei galt es, mit handelsüblichem 80-Gramm-Papier eine Konstruktion zu bauen, die zwischen zwei Tischen eine Distanz von einem Meter überbrückt. Zusätzlich sollte sie in der Mitte ein Gewicht von einem Kilogramm tragen können. „Bei meinem ersten Versuch ist die Brücke einfach komplett insich zusammengefallen“, berichtet Kunstein. Der zweite Versuch reichte aber immerhin für einen guten dritten Platz. „Den habe ich aber nur mit Glück bekommen, weil zwei Leute auf dem ersten Platz gelandet sind. Eigentlich wäre ich vierter gewesen“, erklärt Kunstein.